Zahlen und Fakten zum Weihnachtsbaum

Alle Jahre wieder! Weihnachten ohne Tannenbaum ist für viele wie Ostern ohne Osterei. Aber mal Hand aufs Herz – wer denkt bei der Suche nach einem schönen Weihnachtsbaum schon daran, woher dieser eigentlich stammt und welche Kosten und welcher Aufwand tatsächlich dahinterstecken? Und was passiert eigentlich mit all den abgeholzten, aber auch mit den nicht verkauften und somit übrig gebliebenen Tannenbäumen?

Plastikbaum ade! Jedes Jahr werden rund 27  Mio. Weihnachtsbäume in deutschen Haushalten aufgestellt; etwa 12 % der Weihnachtsbäume sind künstlich.

Inzwischen werden beim Weihnachtsbaumverkauf 4 Trends beobachtet: Die Nachfrage nach Natur­weihnachts­bäumen sowie kleineren Bäumen von 1,50 bis 1,75 Meter nimmt zu. Aber auch Bäumchen mit 70 bis 80 cm Höhe mit fertig montierten Holzständern werden immer beliebter. Zudem steigt der Wunsch nach regionalen Produkten; so werden etwa 30 % der Weihnachtsbäume direkt über landwirtschaftliche Betriebe bezogen, weitere 30 % über den Straßenhandel und der Rest über Super-, Garten- und Baumärkte.

Doch was passiert eigentlich mit all den abgeholzten Weihnachtsbäumen – auch mit den nicht verkauften und somit übrig gebliebenen Tannenbäumen?

Zahlen und Fakten

Wusstest du, dass rund 90 % der Weihnachtsbäume aus Deutschland stammen und Dänemark mit einem Importanteil von 10 % das wichtigste Importland für Weihnachtsbäume ist? Weitere interessante Zahlen und Fakten zu Deutschlands Weihnachtsbäumen:

  • Der Anteil der geschlagenen Bäume beträgt 88 bis 90 %; der Anteil der Bäume im Topf beträgt 10 bis 12 %.
  • Die Bäume werden im Alter von 8 bis 12 Jahren geerntet.
  • Es gibt ca. 2.000 bis 4.000 haupt- oder nebenerwerbsmäßige Produzenten im Anbau von Weihnachtsbäumen.
  • Die Anbaufläche schwankt zwischen 30.000 und 50.000 Hektar.
  • Der Arbeitsaufwand pro Baum beträgt etwa 12 Minuten.
  • Die Nordmanntanne ist mit 75 % die beliebteste Baumart. Es folgen: Blaufichte – 15 %, sonstige Fichten – 7 % und die Edeltanne/Nobilistanne – 3 %. (Zahlen 2017)
  • Rund 90 % der Weihnachtsbäume stammen aus Deutschland.
  • Das Saatgut für die Nordmanntanne wird vor allem aus Georgien importiert.
  • Mit einem Importanteil von 10 % ist Dänemark das wichtigste Importland für Weihnachtsbäume.
  • Deutschlands Baumexport beträgt etwa 1 Mio. Weihnachtsbäume, vor allem in die Schweiz, Frankreich, Österreich und Polen.
  • Der Onlineverkauf von Weihnachtsbäumen nimmt stetig zu. wächst kontinuierlich. Nach einer Umfrage des Branchenverbandes bitkom gaben 11 % der Befragten an, ihren Baum im Internet bestellen zu wollen (2017 waren es nur 6 %).
  • 1 Hektar Weihnachtsbaumkultur bindet in 10 Jahren 145 Tonnen Kohlendioxid, 300 Tonnen Staubpartikel und sorgt für 100 Tonnen Sauerstoff.
  • Die Preise für Weihnachtsbäume blieben in den letzten stabil, steigen in 2018 aber leicht. So müssen die Verbraucher für Nordmanntannen 18 und 24 Euro pro laufenden Meter ausgeben; für Blaufichten unverändert 10 bis 16 Euro und für Fichten 6 bis 10 Euro.

Pestizide in konventionellen Weihnachtsbäumen

Konventionell angebaute Weihnachtsbäume haben einen Haken: sie sind mit Pestiziden wie Insektizide, Unkrautvernichtungs- und Pilzmittel belastet!

Bei Tests konnten Spuren von diversen Schadstoffen, bei 3 davon sogar in höheren Dosen, nachgewiesen werden, alle offiziell zulässig: Azoxyzobin (Pestizid), Lambda-Cyhalothrin (Insektizid), Prosulfocarb (Herbizid), Glyphosat (Herbizid) und AMPA (Aminomethylphosphonsäure; Hauptabbauprodukt des Breitbandherbizides Glyphosat).

Diese Schadstoffe können nervengiftig sein, das Hormonsystem schädigen, unter Krebsverdacht stehen und durch die warme Luft im Wohnzimmer ausgasen. Fatal: Es gibt noch keine Grenzwerte für Weihnachtsbäume.

Weihnachtsbäume aus ökologischem Anbau

Die Zahl der mit Siegeln wie PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Scheme, zu Deutsch „Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen“), FSC (Forest Stewardship Council) oder Bioland zertifizierten Plantagen nimmt zu. Eine natürliche Unkrautbekämpfung erfolgt mit Wildkrautbürsten bzw. Unkrautbürsten, Mulchgeräten oder schlicht durch den Einsatz von Schafen.

Auch wenn ein Christbaum doch „irgendwie“ dazugehört: „Alle Jahre wieder“ verzichte ich bewusst auf das Aufstellen eines Weihnachtsbaumes – sowohl auf einen monokulturell als auch ökologisch angebauten –, um mich unter anderem bewusst dem Einsatz von Pestiziden und der Entstehung langer Transportwege und damit den Folgen für Tier und Umwelt zu entziehen.

In den Jahren zuvor kam für mich ausschließlich die Anschaffung eines Weihnachtsbaumes aus ökologischer Waldwirtschaft bzw. anerkannt ökologischen Weihnachtsbaumkulturen aus der Region – hier vom Gut Wulksfelde » (Website zuletzt aufgerufen am 18.12.2018) in Tangstedt – infrage.
Die dort angebotenen Nordmanntannen stammen von einer dänischen Öko-Kontrollstelle kontrollierten und zertifizierten Öko-Plantage in Dänemark. (Stand: 12/2018)
Die bis 2017 angebotenen Rot- und Blauchfichten wiederum stammten vom Hamburger Staatsforst aus seiner ökologischen Revierförsterei Alt Erfrade; dort stehen die Nadelbäume durchmischt mit Laubbäumen, wodurch die Bäume widerstandsfähiger sind und nicht mehr gespritzt werden müssen. (Stand: 12/2017)

Auch der Anbieter von Bioweihnachtsbäumen Herbert Kock (Emil Stark GmbH) » (Website zuletzt aufgerufen am 18.12.2018) produziert in 3. Generation Weihnachtsbäume, anfangs noch in konventioneller Anbauweise, mit Standorten in Schenefeld und Itzehoe.

Du denkst auch über eine Anschaffung eines Weihnachtsbaumes aus ökologischer Waldwirtschaft bzw. anerkannt ökologischen Weihnachtsbaumkulturen nach? Dann kannst du dich bei der bundesweit engagierten Umweltorganisation ROBIN WOOD e. V. über Bäume aus ökologischer Waldwirtschaft mit einer Liste von Verkaufsstellen » (Webseite zuletzt aufgerufen am 18.12.2018) informieren, die sich als „Robin Wood – Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e. V.“ auf die Themen Wald, Tropenwald, Energie und Verkehr spezialisiert hat.

Was passiert mit ausgedienten Bäumen?

Ein Teil der unverkauften Tannenbäume werden an die Elefanten in deutschen Zoos verfüttert, da nur diese frei von Weihnachtsbaumdekoration wie Lametta sind.

Die restlichen unverkauften Weihnachtsbäume, die nicht verfüttert werden können, sowie alle über die Sammelstellen entsorgten Bäume werden kompostiert oder für die Energieerzeugung eingesetzt.

Artikel aktualisiert am 18.12.2018 | © voll veggie!

Quellen:

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesverband e. V. (SDW), Website-Artikel Stand 11.12.2017 (Artikel zuletzt abgerufen am 18.12.2018)
SDW e. V. | Daten zum Weihnachtsbaum »

BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V., PDF-Pressemitteilung vom 06.01.2017 (Artikel zuletzt abgerufen am 18.12.2018)
BDE e. V. | Was passiert mit alten Weihnachtsbäumen? »

NDR.de, Videobericht zur Sendung „Markt“ Stand 10.12.2018 (Artikel zuletzt abgerufen am 18.12.2018)
NDR.de | Weihnachtsbäume: Belastet mit Pestiziden? »

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