Veganer Rührkuchen – einfaches Rührteig-Grundrezept

  • Veganer Rührkuchen aus Rührteig Kuchengedeck © voll veggie!
  • Veganer Rührkuchen fluffiges Kuchenstück © voll veggie!
  • Veganer Rührkuchen saftiges Kuchenstück © voll veggie!
  • Veganer Rührkuchen Rührteig-Grundrezept Kuchengedeck © voll veggie!
  • Veganer Rührkuchen saftiges Kuchenstück © voll veggie!
  • Flaumiger veganer Rührkuchen © voll veggie!

Besuch hat sich angekündigt und ihr habt keinen (veganen) Kuchen zu Hause? Dann ist dieser vegane Rührkuchen perfekt für eure schnelle Kaffeetafel! Einfach alle Zutaten gut durchrühren, backen – und schwuppdiwupp, in 1 Stunde ist der Kuchen fertig. Am zeitintensivsten hierbei sind lediglich die Backzeit sowie die Abkühlzeit!

Basis für diesen schnellen Rührkuchen ist ein einfacher Rührteig, der ganz ohne Ei-Ersatz (z. B. Vollei-Ersatzpulver, Sojamehl, Apfelmus oder Banane) und sonstige Bindemittel (z. B. Xanthan, Johannis­brot­kernmehl oder Agar-Agar) auskommt. Der Kuchen ist trotzdem supersaftig und nicht so trocken wie typischer Sandkuchen; er ist feinporig, wunderbar flaumig, fast schon kompakt und trotzdem ganz zart und locker – ohne klietschig zu wirken. Mit der zarten, feinknusprigen Rinde wird dieser Rührkuchen zu einem perfekten Kuchengenuss. Das alles ganz ohne Ei und sonstige tierische Zusatzstoffe – und mit Zutaten, die bestimmt jeder (Veganer) zu Hause hat. Ganz einfach und garantiert gelingsicher!

Natürlich lässt dieser Rührkuchen sich – hier gebacken in einer Kastenform mit den Innenmaßen 25 x 11 cm – als Rührteig-Grundrezept vielseitig verarbeiten und wunderbar in jeder anderen Kuchenform mit unterschiedlichen Größen und Höhen backen, zum Beispiel in einer Springform (auch toll mit Rohrboden), Gugelhupf- oder auch Herzform sowie auf einem normalen Backblech als Blechkuchen. Dabei kann er nach Belieben abgewandelt und verfeinert werden, beispielsweise mit Kakao als Marmorkuchen, mit Zitronensaft als Zitronenkuchen, belegt mit Obst als Apfel- oder Pflaumenkuchen oder ganz simpel in Förmchen als Cupcakes oder Muffins wie meine veganen White-Choc-Muffins. Außerdem eignet dieser Rührkuchen sich – gut ausgekühlt – bestens als Grundlage für meine veganen Cakepops-Rezepte Grundrezept für vegane Cakepops, vegane Halloween-Kürbis-Cakepops und vegane Halloween-Geister-Cakepops ganz ohne Cakepop-Maker und Cakepop-Backblech. Die in diesem Rezept angegebene Teigmenge muss dann gegebenenfalls entsprechend der Backform bzw. den Förmchen anpasst werden.

Mit dem Mark einer Vanilleschote und etwas frischem Zitronenabrieb verfeinert, erhält dieser Rührkuchen übrigens eine besonders feine und frische Note. Ihr habt weder Vanilleschoten noch frische Zitronen im Hause? Kein Problem! Das Mark einer Vanilleschote kann problemlos durch gemahlene Vanille, Vanille- bzw. Vanillinzucker, Backaroma oder sogenannten Vanilleextrakt ersetzt werden, auch wenn hocharomatische echte Vanille doch eigentlich durch nichts zu toppen ist, oder? Frischer Zitronenabrieb kann prima durch einen hochwertigen getrockneten Zitronenabrieb (z. B. von Biovegan) substituiert werden; die Verwendung von Zitronen­schalenaromen wie „Finesse Geriebene Zitronenschale“ von Dr. Oetker mit Dextrose, Aroma und diversen E-Nummern oder „Unser Zitronen-Schalen Aroma“ von RUF mit Maltodextrin, Zucker, dem Stabilisator Gummi arabicum sowie natürlichem Zitronenaroma grenzt hier aber fast schon an ein schweres „Vergehen“   …

Ihr könnt die Vanille und die Zitrone selbstverständlich auch komplett weglassen. Das tut dem Geschmack zwar keinen allzu großen Abbruch, vor allem bei zusätzlichen Geschmacksgebern wie Kakao für Marmorkuchen oder Zitronensaft für Zitronenkuchen, nur dann fehlt diesem Kuchen – insbesondere als Grundrezept serviert – die feine und raffinierte Note.

Mit veganer Vanillemilch (z. B. „Sojadrink Vanille“ von Alpro oder Provamel) wird dieser Rührkuchen im Übrigen noch vanilliger und mit ein paar Löffeln veganem Vanillejoghurt (z. B. „Soja-Joghurtalternative Vanille“ von Alpro oder Provamel) zugleich noch fluffiger. Das macht aus dem Grundrezept ein echtes veganes Vanille-Highlight. Wer es nicht allzu süß mag, verringert die Zuckermenge einfach auf 150 g oder nach Belieben. Beim Zucker allerdings auf feinkörnigen zurückgreifen, da sich dieser im Teig besser auflöst als grobkörniger.

Apropos: Backpulver ist nicht gleich Backpulver. Herkömmliches Backpulver und Weinsteinbackpulver bestehen in der Regel zwar jeweils aus einem Backtriebmittel, einem Säuerungsmittel und einem Trennmittel, allerdings unterscheiden sie sich hier in ihrer Zusammensetzung bzw. in ihren Bestandteilen. Herkömmliches Backpulver besteht in erster Linie aus dem gesundheitsschädlichen Säuerungsmittel Phosphat (E 450 Diphosphate), wohingegen Weinsteinbackpulver Reinweinstein (E 336 Monokaliumtartrat) enthält, das auch für Biolebensmittel zugelassen ist. Aus diesem Grunde sollte (Bio-)Weinsteinbackpulver – beispielsweise von Biovegan, RUF oder Alnatura – dem herkömmlichen phosphathaltigen Backpulver stets vorgezogen werden. Herkömmliches phosphathaltiges Backpulver kann übrgens ohne Weiteres eins zu eins gegen Weinsteinbackpulver ausgetauscht werden – und umgekehrt.

Die perfekte Konsistenz und die Saftigkeit dieses Rührkuchens stehen und fallen letztlich mit der Beheizungsart, Backtemperatur und Backzeit, denn zu langes Backen bei hohen Temperaturen macht diesen Kuchen eher trocken und hart. Das beste Ergebnis bei diesem Kuchen habe ich mit Heißluft bzw. Umluft erzielt. Entgegen der landläufigen Meinung, Heißluft bzw. Umluft würde (Rühr-)Kuchen nur zusätzlich austrocknen, wird dieser Rührkuchen schön saftig – mit einer zarten, leicht kompakten Konsistenz und einer weichen Rinde. Deshalb die Backzeit lieber etwas verkürzen – bei evtl. niedrigerer Temperatur – und mit Heißluft bzw. Umluft backen.

Nach dem Auskühlen lässt der Rührkuchen sich dann herrlich vielseitig dekorieren: mit Schokoladenglasur, Zitronenguss oder Puderzucker; mit veganen Zuckerstreuseln, Nonpareilles (kleine, farbige Zuckerperlen) oder Schokolinsen. Alles ist möglich! Sogenannte Schmelzschokolade enthält in der Regel tierische Inhaltsstoffe, ist daher nicht vegan und eignet sich somit nicht für die Verzierung dieses Rührkuchens. Übrigens: Mit orangefarbener Glasur wird dieser vegane Rührkuchen zu einem echten Highlight auf jeder Halloweenparty!

Auch nach 5 Tagen, gut verpackt in einem luftdichten Plastikbehälter – alternativ auch in Alufolie oder Plastikbeuteln –, ist dieser Rührkuchen noch immer wunderbar saftig und locker! Besonders saftig wird dieser Rührkuchen übrigens, wenn ihr ihn direkt nach dem Abkühlen in Alufolie oder in einen Plastikbeutel gebt. Dadurch wird die feinknusprige Rinde, die sich beim Backen gebildet hat, ganz zart und weich. Er lässt sich, in bereits aufgeschnittenen Scheiben, auch problemlos im Gefrierbeutel oder -behälter einfrieren und wieder auftauen.

Also, probiert es aus – niemand wird bemerken, dass dieser Rührkuchen vegan ist!

Damit euch dieses Rezept auch garantiert gelingt, findet ihr in diesem Rezept eine Zutatenliste und bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Abhaken sowie ergänzend hierzu weiterführende Infos zu den in diesem Rezept verwendeten Produkten, hilfreiche Tipps, eine Übersicht über die benötigten Küchenhelfer und Angaben zu den Nährwerten.

Veganer Rührkuchen fluffiges Kuchenstück © voll veggie!

Veganer Rührkuchen – einfacher Rührteig als Grundrezept. Perfekt für Cakepops!

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Besuch hat sich angekündigt und ihr habt keinen (veganen) Kuchen zu Hause? Dann ist dieser vegane Rührkuchen perfekt für eure schnelle Kaffeetafel! Einfach alle Zutaten gut durchrühren, backen – und schwuppdiwupp, in 1 Stunde ist der Kuchen fertig. Am zeitintensivsten hierbei sind lediglich die Backzeit sowie die Abkühlzeit!
Gericht: Kuchen & Torten
Land & Region: Deutsch
Level: leicht
Ergibt: 12 Scheiben à 2 cm, 800 g, Kastenform 25 x 11 cm
Kalorien:253kcal
Vorbereiten10 Min.
Kochen/Backen50 Min.
Auskühlen1 Std.
Gesamt2 Std.
Menge: 1 Kastenform

Zutaten

Für die Backform

  • 1 EL vegane Margarine
  • 1 EL Weizenmehl, Type 405

Für den Rührteig

  • 250 g Weizenmehl, Type 405
  • 1 Pckg. Weinsteinbackpulver - 1 Pckg. ca. 18 g; alternativ normales Backpulver
  • 1 Pckg. Puddingpulver, Vanille - 1 Pck. ca. 36 g
  • 200 g Zucker, weiß
  • 1 Prise Salz/Ursalz
  • 1 Stück Vanilleschote/n - Mark davon
  • ½ TL Schale einer abgeriebenen Biozitrone - ½ TL ca. 2,5 g
  • 250 ml Pflanzenmilch - zimmerwarm
  • 125 ml Pflanzenöl - zimmerwarm

Für die Dekoration

  • 100 g vegane Schokolade, dunkel - oder Sorte und Menge nach Belieben
  • 250 g Zuckerguss - oder Menge nach Belieben
  • 25 g Puderzucker - oder Menge nach Belieben

Schritte

Für die Backform

  • Die Kuchenform sorgfältig mit etwas Margarine einfetten. Dafür am besten ein Stück Küchenpapier nehmen und damit die Form großzügig bis in jede Ritze ausstreichen.
    Veganer Rührkuchen aus Rührteig Backform einfetten © voll veggie!
  • Dann die Kuchenform leicht und gleichmäßig bemehlen; überschüssiges Mehl vorsichtig abklopfen. Alternativ ohne Einfetten die Form einfach mit Backpapier auslegen.
    Veganer Rührkuchen aus Rührteig Backform einmehlen © voll veggie!

Für den Rührteig

  • Den Backofen auf 160° C Heißluft bzw. Umluft vorheizen. Einen Backofenrost in die mittlere Schiene schieben. Das Weizenmehl mit dem Weinsteinbackpulver und dem Puddingpulver durch ein feines Küchensieb (alternativ mit einem Mehl- und Puderzuckersieb) in eine große Rührschüssel sieben. Den Zucker und das Salz hinzugeben und mit einem Rührlöffel gut vermischen.
    Veganer Rührkuchen aus Rührteig Zutaten für Rührteig sieben und mischen © voll veggie!
  • Die Vanilleschote flach auf ein Küchenbrett legen, mit einem Küchenmesser der Länge nach anritzen, das Mark vorsichtig herauskratzen und zum Mehl-Zucker-Gemisch geben.
    Vanilleschote längs aufschneiden © voll veggie!
  • Die Zitrone heiß waschen, mit einem Geschirrtuch oder Küchenpapier gut trocken reiben und auf einer Küchenreibe (oder, wer hat, mit einem Zestenreißer) dünne Streifen abziehen. Die Zesten ebenfalls zum Mehl-Zucker-Gemisch geben und die Mischung mit einem Rührlöffel gründlich durchrühren.
    Frische Zitronenzesten reiben © voll veggie!
  • Anschließend die Pflanzenmilch und das Pflanzenöl zu dem Mehl-Zucker-Gemisch geben.
    Veganer Rührkuchen aus Rührteig Pflanzenöl und Pflanzenmilch zufügen © voll veggie!
  • Nun alles mit den Rührhaken eines elektrischen Handrührgerätes auf niedriger Stufe kurz zu einem glatten Teig verrühren; der Rührteig sollte weder zu flüssig noch zu fest sein und am Ende eine perfekte zähflüssige Konsistenz haben. Nicht zu lange und stark rühren, da sich sonst zu viele Luftbläschen in der Krume bilden.
    Veganer Rührkuchen aus Rührteig Zutaten zu einem glatten Teig verrühren © voll veggie!
  • Den Teig in die vorbereitete Kuchenform füllen, glatt streichen, die Form einige Male auf den Tisch schlagen, um etwaige Luftblasen auszutreiben, und sofort (damit das Backpulver seine treibende Wirkung nicht verliert und der Kuchen schön locker wird) im vorgeheizten Backofen bei 160° C Heißluft bzw. Umluft auf einen Backofenrost auf mittlerer Schiene insgesamt ca. 45–60 Min. backen.
    Veganer Rührkuchen Rührteig in Backform einfüllen © voll veggie!
  • Damit der Kuchen schön gleichmäßig aufgeht, nach 10 Min. den Kuchen mit einem spitzen Küchenmesser in der Mitte der Länge nach ca. 1 cm tief einschneiden. Den Kuchen in Ruhe backen lassen, ohne die Ofentür zu öffnen.
    Veganer Rührkuchen aus Rührteig Kuchen längs einschneiden © voll veggie!
  • Jeder Ofen ist anders, daher unbedingt die Gebrauchsanleitung lesen und etwa 10 Min. vor Ende der Backzeit mit der Stäbchenprobe prüfen, ob der Kuchen durchgebacken ist: Dafür mit einem Holzstäbchen in die tiefste Stelle des Kuchens stechen – sollte kein Teig am Stäbchen kleben bleiben, ist der Kuchen gar. Ansonsten einfach noch entsprechend weiterbacken; nur nicht zu lange, sonst wird er zu trocken. Sollte die feine Rinde zu schnell dunkel werden, dann einfach eine Lage Backpapier oder Alufolie über den Kuchen legen. Den Backofen die letzten 5 Min. ausschalten.
    Veganer Rührkuchen aus Rührteig Stäbchenprobe © voll veggie!
  • Ist der Kuchen durchgebacken, die Form aus dem Ofen nehmen und noch ca. 15 Min. in der Form auf einem Kuchengitter stehen lassen, damit er sich etwas festigen kann.
    Veganer Rührkuchen aus Rührteig in der Backform auskühlen lassen © voll veggie!
  • Dann aus der Form lösen, vorsichtig auf das Kuchengitter legen und vollständig auskühlen lassen. In beliebig große Scheiben aufschneiden; in 2 cm dicke Scheiben aufgeschnitten, ergibt dieser Rührkuchen etwa 12 Scheiben.
    Veganer Rührkuchen aus Rührteig auf einem Kuchengitter auskühlen lassen © voll veggie!

Für die Dekoration

  • Nach dem Auskühlen die gewünschte Menge vegane Schokolade schmelzen, auf Wunsch einfärben und damit den Kuchen überziehen (Tipps zur Schokoglasur und zum Temperieren siehe „Tipps & Hinweise“).
  • Alternativ aus 200 g Puderzucker und 3–4 EL Flüssigkeit wie Wasser, Zitronensaft, Alkohol wie Amaretto, Rum oder Rotwein, Fruchtsaft, Kaffee etc. einen dicklichen Zuckerguss anrühren, auf Wunsch einfärben und den Kuchen damit überziehen (Tipps für den Zuckerguss siehe „Tipps & Hinweise“).
  • Alternativ Puderzucker durch ein feines Küchensieb (alternativ mit einem Mehl- und Puderzuckersieb) auf den Kuchen streuen. Auch toll mit sogenannten Schablonen (Tipps zur Dekoration mit Puderzucker siehe „Tipps & Hinweise“).

TIPPS & HINWEISE IM ÜBERBLICK

Verwendete Produkte

  • Vegane Butter bzw. Margarine „Alsan-Bio“ von Alsan
  • Weizenmehl „Demeter Weizenmehl Type 405“ von Bauckhof
  • Weinsteinbackpulver „Bio-Weinstein-Backpulver“ von Lucullus
  • Vanillepuddingpulver „Gourmet Pudding Vanille“ von Byodo
  • Weißer Zucker „Unser Feinster“ von SweetFamily (Nordzucker)
  • Salz „Ur-Salz“ von Erntesegen
  • Bourbonvanilleschote von Lebensbaum
  • Rapsöl „Albaöl® – Schwedisches Rapsöl mit feinem Buttergeschmack“ von Taste of Sweden
  • Vegane Pflanzenmilch „Sojadrink Light“ von Alpro

Tipps

Inhaltsübersicht:
1. Vegane Margarinesorten
2. Herkömmliches Backpulver oder Weinsteinbackpulver?
3. Richtige Verwendung von Backpulver
4. Puddingpulver ist nicht gleich Puddingpulver
5. Die perfekten Vanilleschoten
6. Frischer Zitronenabrieb
7. Getrockneter Zitronenabrieb
8. Pflanzenöl oder Margarine?
9. Nicht zu lange rühren
10. Perfekte Konsistenz und Saftigkeit
11. Stäbchenprobe
12. Backen in anderen Kuchenformen, Muffins, Cupcakes, Cakepops
13. Vielseitig dekorieren
14. Dekorieren mit Schokoladenglasur
15. Schokolade temperieren
16. Dekorieren mit Zuckerguss
17. Dekorieren mit Puderzucker
18. Aufbewahren und einfrieren
  1. Vegane Margarinesorten
    Ich verwende ausschließlich die veganen Margarinesorten wie „Alsan-Bio“ (nicht umgeestert und nicht chemisch gehärtet, ohne Aromen und künstliche Farbstoffe) sowie „Alsan-S“ (umgeestert, mit natürlichen Aromen und Emulgatoren aus Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren). Der Farbstoff Carotin in der „Alsan-S“ ist übrigens (nach Rückfrage beim Hersteller) natürlicher Herkunft. Es wurde demnach nicht synthetisch hergestellt; auch wurden keine gentechnisch veränderten Organismen eingesetzt.
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  2. Herkömmliches Backpulver oder Weinsteinbackpulver?
    Backpulver ist nicht gleich Backpulver. Herkömmliches Backpulver und Weinsteinbackpulver bestehen in der Regel zwar jeweils aus einem Backtriebmittel, einem Säuerungsmittel und einem Trennmittel, allerdings unterscheiden sie sich hier in ihrer Zusammensetzung bzw. in ihren Bestandteilen. Herkömmliches phosphathaltiges Backpulver kann im Übrigen problemlos eins zu eins gegen Weinsteinbackpulver ausgetauscht werden – und umgekehrt.
    Unterschied
    Der Unterschied besteht erst einmal im verwendeten Säuerungsmittel. Während herkömmliches Backpulver in erster Linie größtenteils aus dem gesundheitsschädlichen Säuerungsmittel Phosphat (E 450 Diphosphate) und nachfolgend aus dem Backtriebmittel Natron (E 500 Natrium­hydrogen­carbonat, für Biolebensmittel zugelassen) sowie dem Trennmittel Stärke (meist Mais- oder Weizenstärke) besteht, enthält Weinsteinbackpulver hingegen zum Großteil als Trennmittel Maisstärke, als Säuerungsmittel Reinweinstein (E 336 Monokaliumtartrat, für Biolebensmittel zugelassen) und ebenfalls aus dem Backtriebmittel Natron. Übrigens: Weinsäure entsteht natürlicherweise bei der Weinherstellung während der Gärung, reagiert mit dem in den Trauben enthaltenem Kalzium und Kalium und setzt sich je nach Lagerung als Weinstein an Fasswänden, Flaschenböden oder Korken ab.
    Gesundheitsrisiko Phosphat
    Auch wenn im Einzelnen die Mengen an Phosphat im Backpulver vernachlässigbar sein mögen (etwa 1500 mg pro Packung = 125 mg pro Stück Rührkuchen), kommt es doch letzten Endes auf die Summe an. Denn als synthetisch hergestellter Zusatzstoff dient Phosphat als Emulgator, Stabilisator und Säureregulator und ist daher unter anderem in diversen Fertigprodukten und -gerichten wie Pizza sowie in Backwaren und Getränken wie Cola und Kaffee zu finden. Während der menschliche Körper die Aufnahme des natürlich zugeführten Phosphates – zum Beispiel über Kartoffeln, Erdnüsse, Mandeln oder Vollkornbrot – dringend benötigt und problemlos kompensieren kann, stellt eine erhöhte Zufuhr an künstlichem Phosphat wiederum ein erhebliches Gesundheitsrisiko (unter anderem Nierenschäden, Herzinfarkt, Schlaganfall) dar, da es vollständig vom Körper resorbiert wird. Aus dem Grunde sollte (Bio-)Weinsteinbackpulver – beispielsweise von Naturata, Biovegan, Lucullus, Natura, RUF oder Alnatura – dem herkömmlichen phosphathaltigen Backpulver stets vorgezogen werden. Als phosphathaltiger Zusatzstoff für Biolebensmittel ist im Übrigen alleinig Calciumphosphat zugelassen.
    Hinweis auf Phosphat in Lebensmitteln
    An folgenden E-Nummern ist Phosphat in Lebensmitteln zu erkennen: E 338 (Orthophosphorsäure, Phosphorsäure), E 339 (Natriumphosphate), E 340 (Kaliumphosphate), E 341 (Calciumphosphate), E 343 (Magnesiumphosphate), E 450 (Diphosphate, Phosphat), E 451 (Triphosphate, Phosphat), E 452 (Polyphosphate), E 1410 (Monostärkephosphat, modifizierte Stärke), E 1412 (Distärkephosphat, modifizierte Stärke), E 1413 (Phosphatiertes Distärkephosphat, modifizierte Stärke), E 1414 (Acetyliertes Distärkephosphat, modifizierte Stärke), E 1442 (Hydroxypropyldistärkephosphat, modifizierte Stärke).
    Gemäß der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wird Phosphat im übrigens noch immer als unbedenklich eingestuft; zudem ist eine Mengenangabe für künstliche Phosphatzusätze nicht erforderlich.
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  3. Richtige Verwendung von Backpulver
    Backpulver verwendet man bei Teigen, die keine sauren Zutaten enthalten. Sowohl herkömmliches Backpulver mit Phosphat als auch Weinsteinbackpulver bestehen wie zuvor beschrieben aus einem Backtriebmittel, einem Säuerungsmittel und einem Trennmittel und können für alle Rührteige eingesetzt werden.
    Wie funktioniert Backpulver?
    Sobald das Backpulver mit Flüssigkeit bzw. Feuchtigkeit in Verbindung kommt, bildet sich durch das jeweilige Säuerungsmittel (Phosphat oder Reinweinstein) und das Backtriebmittel Natron das Gas Kohlendioxid. Dieses wird durch Zugabe von zimmerwarmem Wasser oder zimmerwarmer (Pflanzen-)Milch sowie durch die Hitze im Backofen noch verstärkt; der Kuchen wird wunderbar locker und geht schön auf. Die Stärke im Backpulver dient als Trennmittel und sorgt als Feuchtigkeitsschutz für eine bessere Haltbarkeit des Backpulvers und verhindert so, dass das Säuerungsmittel und das Natron bereits während der Lagerung miteinander reagieren und sich vorzeitig das Kohlendioxid bilden kann.
    Nur zum sofortigen Verbrauch bestimmt
    Damit Backpulver somit seine treibende Wirkung nicht verliert und der Kuchen schön fluffig aufgeht, den fertigen Rührteig niemals zu lange rühren oder unnötig stehen lassen und immer sofort im vorgeheizten Backofen backen.
    Aus diesem Grunde sind Rühr- und Knetteige mit Backpulver stets zum sofortigen Verbrauch bestimmt und sollten entweder bis zur Weiterverarbeitung, z. B. für Plätzchen, möglichst kurz kühl gelagert und noch am selben Tag verarbeitet oder, wie zuvor erwähnt, sofort in den vorgeheizten Backofen gegeben werden.
    Sowohl bereits geöffnete als auch geschlossene Backpulvertütchen sollten stets trocken gelagert werden, da Feuchtigkeit und Flüssigkeit die Wirkung des Backpulvers auslöst und das Backpulver somit unbrauchbar macht.
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  4. Puddingpulver ist nicht gleich Puddingpulver
    Herkömmliches Vanillepuddingpulver besteht in der Regel aus Stärke, Speisesalz, Aroma und Farbstoff wie Norbixin, Riboflavine oder Carotin. Daher verwende ich bevorzugt Vanillepuddingpulver in Bioqualität. Das Vanillepuddingpulver von Alnatura enthält zum Beispiel kein zugesetztes Speisesalz und besteht lediglich aus Maisstärke und gemahlener Bourbonvanilleschote (1,5 %) aus biologischer Landwirtschaft. Das Vanillepuddingpulver von Arche besteht aus Maisstärke und gemahlener Vanille (sogar 2,4 %) aus ökologischer Landwirtschaft sowie aus Meersalz. Das macht beide Vanillepuddingmarken besonders wertvoll, da sie weder Aromen noch Farbstoffe enthalten.
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  5. Die perfekten Vanilleschoten
    Ich bevorzuge Vanilleschoten in Bioqualität. Diese sind zwar etwas teurer, jedoch wesentlich saftiger und intensiver im Geschmack als die günstigen Vanilleschoten aus dem Discounter oder Supermarkt. Daher hier lieber auf Biovanilleschoten von Alnatura, Lebensbaum, Rapunzel, Naturata oder RUF zurückgreifen. Auch die Bourbon- sowie die Tahiti- oder Südsee-Vanilleschoten von Azafran – in Nichtbioqualität – sind sehr hochwertig und saftig und daher ebenfalls äußerst empfehlenswert.
    Das Mark einer Vanilleschote kann zwar durch gemahlene Vanille, Vanille- bzw. Vanillinzucker, Backaroma oder sogenannte Vanilleessenzen, -extrakten und -pasten (zum Beispiel aus gemahlenen Vanilleschoten, Wasser, Alkohol, Zucker, Aromen und Verdickungsmitteln) problemlos ersetzt werden, doch hocharomatische echte Vanille ist im Grunde durch nichts zu toppen.
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  6. Frischer Zitronenabrieb
    Für den frischen Zitronenabrieb immer unbehandelte Zitronen verwenden, am besten in Bioqualität. Die Zitrone heiß waschen, mit einem Geschirrtuch oder Küchenpapier gut trocken reiben und auf einer Küchenreibe (oder, wer hat, mit einem Zestenreißer) dünne Streifen abziehen.
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  7. Getrockneter Zitronenabrieb
    Wer keinen Zitronenabrieb aus frischen Zitronen zur Hand hat, kann alternativ „Zitronenschale gerieben“ von Biovegan, dennree, Biovita oder Alnatura verwenden. Diese besteht in der Regel aus 97 % geriebenen Zitronenschalen und 3 % Zitronenöl. Sowohl die Zitronenschalen als auch das Zitronenöl werden schonend gefriergetrocknet und stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Eine wunderbar natürliche Alternative zu echten Zitronen. Die Backzutat „Finesse Geriebene Zitronenschale“ von Dr. Oetker mit Dextrose, Aroma und diversen E-Nummern (Trennmittel E 341, Antioxidationsmittel E 300 und E&nsp;304, Farbstoff E 101 und Konservierungsstoff E 200) oder „Unser Zitronen-Schalen Aroma“ von RUF mit Maltodextrin, Zucker, dem Stabilisator Gummi arabicum sowie natürlichem Zitronenaroma ist eher nicht empfehlenswert.
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  8. Pflanzenöl oder Margarine?
    Butter aus Kuhmilch ist für Kuchen und Plätzchen ein wunderbarer Geschmacksgeber, jedoch aufgrund des tierischen Hauptbestandteiles für die vegane Küche gänzlich ungeeignet. So bleibt hier nur die Wahl zwischen Pflanzenöl und veganer Margarine. Doch wie unterscheidet sich die Verwendung von Pflanzenöl und Margarine beim Backen?
    Ganz einfach. Während Pflanzenöl zu 100 Prozent aus Fett besteht, enthält Margarine wie die von Alsan 80 Prozent pflanzliche Fette (Palmfett, Kokosfett); der Rest besteht aus Wasser, dem natürlichem Farbstoff Karottensaftkonzentrat, dem Emulgator Sonnenblumenlecithin sowie Zitronensaftkonzentrat als Konservierungsmittel und kalt gepresstem Zitronenöl für den leicht buttrigen Geschmack. Und eben dieses Wasser in der Margarine verdunstet beim Backen und macht den Kuchen am Ende fester. Der hohe Fettgehalt im Pflanzenöl hingegen sorgt bei Kuchen für eine schön zarte und saftige Konsistenz. Wichtig dabei: Das Pflanzenöl sollte raffiniert, also heiß gepresst sein, da es geschmacksneutral und hocherhitzbar ist. Unraffinierte, also kalt gepresste Öle wiederum haben einen arteigenen, teils kräftigen Geschmack und – je nach Ölsorte (z. B. Distelöl 150° C, Erdnussöl 130° C, Walnussöl 160° C) – einen sehr niedrigen Rauchpunkt (Temperatur, bei der im Öl enthaltenes Wasser und freie Fettsäuren verdampfen und dadurch das Öl ungenießbar wird).
    Wer als Veganer den frischen Buttergeschmack beim Backen (und natürlich Kochen) nicht missen möchte, verwendet für diesen Kuchen das Rapsöl „Albaöl® – Schwedisches Rapsöl mit feinem Buttergeschmack“ von Taste of Sweden. Es riecht und schmeckt deutlich nach frischer Butter, ist jedoch vegan und somit ein echter Segen für jeden Veganer! Pflanzenöl mit Buttergeschmack gibt es inzwischen übrigens auch von Biskin, Schlagfix oder Teutoburger Ölmühle.
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  9. Nicht zu lange rühren
    Auch wenn er Rührteig heißt: Den Teig bitte nicht zu lange und stark rühren, da sich sonst zu viele Luftbläschen bilden. Nach dem Einfüllen in die Kuchenform den Teig glatt streichen, die Form einige Male auf den Tisch schlagen, um etwaige Luftblasen auszutreiben, und sofort in den vorgeheizten Backofen stellen, damit das Backpulver seine treibende Wirkung nicht verliert. Das lässt den Kuchen schön locker aufgehen.
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  10. Perfekte Konsistenz und Saftigkeit
    Die perfekte Konsistenz und die Saftigkeit dieses Rührkuchens stehen und fallen letztlich mit der Backtemperatur, Backzeit und natürlich mit der Beheizungsart des Backofens, denn zu langes Backen bei hohen Temperaturen macht diesen Kuchen eher trocken und hart. Das beste Ergebnis bei diesem Kuchen habe ich mit Heißluft bzw. Umluft erzielt. Entgegen der landläufigen Meinung, Heißluft bzw. Umluft würde (Rühr-)Kuchen nur zusätzlich austrocknen, wird dieser Rührkuchen schön saftig – mit einer zarten, leicht kompakten Konsistenz und einer weichen Rinde. Deshalb die Backzeit lieber etwas verkürzen – bei evtl. niedrigerer Temperatur – und mit Heißluft bzw. Umluft backen.
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  11. Stäbchenprobe
    Mittels Stäbchenprobe prüfen, ob der Kuchen durchgebacken ist: Dafür mit einem Holzstäbchen in die tiefste Stelle des Kuchens stechen – sollte kein Teig am Stäbchen kleben bleiben, ist der Kuchen gar. Ansonsten einfach noch entsprechend weiterbacken; nur nicht zu lange, sonst wird er zu trocken. Wird die feine Rinde zu schnell dunkel, dann einfach eine Lage Backpapier oder Alufolie über den Kuchen legen. Den Backofen die letzten 5 Minuten ausschalten.
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  12. Backen in anderen Kuchenformen, Muffins, Cupcakes, Cakepops
    Natürlich lässt dieser Rührkuchen sich – hier gebacken in einer Kastenform mit den Innenmaßen 25 x 11 cm – als Rührteig-Grundrezept vielseitig verarbeiten und wunderbar in jeder anderen Kuchenform mit unterschiedlichen Größen und Höhen backen, z. B. in einer Springform (auch toll mit Rohrboden), Gugelhupf- oder auch Herzform sowie auf einem normalen Backblech als Blechkuchen. Dabei kann er nach Belieben abgewandelt und verfeinert werden, beispielsweise mit Kakao als Marmorkuchen, mit Zitronensaft als Zitronenkuchen, belegt mit Obst als Apfel- oder Pflaumenkuchen oder ganz simpel in Förmchen als Cupcakes oder Muffins wie meine veganen White-Choc-Muffins. Außerdem eignet dieser Rührkuchen sich – gut ausgekühlt – bestens als Grundlage für meine veganen Cakepops-Rezepte Grundrezept für vegane Cakepops, vegane Halloween-Kürbis-Cakepops und vegane Halloween-Geister-Cakepops ganz ohne Cakepop-Maker und Cakepop-Backblech. Die in diesem Rezept angegebene Teigmenge muss dann gegebenenfalls entsprechend der Backform bzw. den Förmchen angepasst werden.
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  13. Vielseitig dekorieren
    Nach dem Auskühlen lässt dieser Rührkuchen sich wunderbar vielseitig vegan dekorieren, z. B. mit Schokoladenglasur (siehe Punkt 14), Zitronenguss (siehe Punkt 16) oder Puderzucker (siehe Punkt 17). Streudekore oder Backdekore, insbesondere die aus den Discountern und Supermärkten, sind allerdings nicht immer vegan. Die meisten enthalten den roten Farbstoff E 120 (Echtes Karmin, aus befruchteten und getrockneten weiblichen Schildläusen) sowie Bienenwachs oder E 904 (Schellack, Ausscheidungen von Lackschildläusen) als Überzugsmittel. Mit ausgesuchten veganen Zuckerstreuseln, Dekorherzen oder kleinen, farbigen Zuckerperlen (sogenannte Nonpareilles) – beispielsweise von Biovegan – sowie mit veganen Schokolinsen, z. B. von Clarana, oder Haselnusskrokant, z. B. Pati-Versand, wird dieser Kuchen allerdings gänzlich zu einem echten veganen Highlight.
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  14. Dekorieren mit Schokoladenglasur
    Der Dekorierung mit Schokoladenglasur sind keine Grenzen gesetzt. Hier passt wirklich jede Art von veganer Schokolade – dunkel, hell oder weiß. Vegane weiße Schokolade lässt sich im Übrigen hervorragend mit fettlöslicher Lebensmittelfarbe einfärben; beachtet hierzu auch meine Infos zu den Themen professionelle Lebensmittelfarben, vegane Lebensmittelfarben sowie AZO-freie Lebensmittelfarben. Sogenannte Schmelzschokolade – allgemein auch unter Schmelzdrops oder Glasurlinsen sowie „Candy Melts“ von Wilton, „Cake Melts“ von Birkmann oder „Deco Melts“ von FunCakes bekannt – ist in der Regel nicht vegan und eignet sich nicht für diese Cakepops.
    Bei Zartbitterschokolade ist es in der Regel kein Problem, einen adäquaten veganen Ersatz zu finden, da z. B. Zartbitterschokolade nur selten mit Milch(-pulver) hergestellt wird. Hier kann man im Grunde auf normale Zartbitterschokolade aus dem Supermarkt zurückgreifen. Wer es allerdings ausschließlich vegan UND bio möchte, verwendet einfach die Zartbitterschokolade „Chocolat 64 % Cacao“ von Alnatura, „dunkle VEGAN“ von Frankonia, die mit dem darin enthaltenen Haselnussmark sehr mild und zart schmeckt oder die fair gehandelten veganen Zartbittersorten „Zartbitter mild Pur 60 %“ von GEPA und „Premium 71 % Dark Chocolate“ von Bonvita.
    Vegane „Milch“schokolade ist zwar nicht ohne Weiteres im Discounter oder Supermarkt erhältlich, lässt sich aber ganz einfach in Bioläden, Reformhäusern, Drogerien oder in diversen Onlineshops finden. Hier sind „helle VEGAN“ von Frankonia, „Rice Milk Classic Original“ von Bonvita, „Chocjes Original“ von Katjes oder „Schakalode Kuvertüre-Buttons“ von Vantastic Foods (diese enthält weder Reissirup, Reisstärke und Reismehl noch Mandelgrieß) sehr empfehlenswert und kaum von den milchhaltigen Schokoladen zu unterscheiden.
    Vegane weiße Schokolade hingegen ist oftmals eher echte Geschmacks­sache. Inzwischen gibt es aber eine große Auswahl an veganen weißen Schokoladen, die allesamt eine wunderbare Alternative zur herkömmlichen weißen Schokolade mit Milchpulver bieten:
    - Bonvita „Rice Milk White Bar"
    - CarpeBio (Frankonia) „Mandello“
    - Frankonia „blonde VEGAN“
    - iChoc „White Vanilla"
    - Plamil „Organic Dairy Free Alternative to White Chocolate“
    - Sweet William „White Choc"
    - Vantastic Foods „Schakalode Kuvertüre-Buttons weiß“
    - Zotter „Glühbirnchen Reis weiß Couverture“
    Die vegane weiße Schokolade „White Choc" von Sweet William, Australien ist bisher die mildeste und geschmackintensivste, aber gleichzeitig auch -neutralste weiße vegane Schokolade, die ich bisher probiert habe. Sie enthält Rohrzucker, Kakaobutter, Tapiokamehl, Sojamehl, Inulin, die Emulgatoren Sonnenblumenlezithin und E 476 (Polyglycerin) sowie natürliche Aromen. Damit enthält sie keine Inhaltsstoffe mit störendem Nachgeschmack wie etwa Reisdrinkpulver. Zudem enthält diese weiße Schokolade keine echte Vanille, sodass die in diesem Vanilleeisrezept separat zugefügte Bourbonvanille geschmacklich und optisch schön zur Geltung kommt. Sie hat eine angenehm helle Farbe und kommt letztlich „echter" weißer Schokolade sehr, sehr nahe. Perfekt zum Einfach-so-Naschen.
    Auch die vegane weiße Bioschokolade „blonde VEGAN“ von Frankonia (mit Reispulver) schmeckt mit der darin enthaltenen Mandel- und Haselnusspaste recht mild mit nur leichtem Nachgeschmack. Im Gegensatz zu anderen veganen weißen Schokoladensorten hat die „blonde VEGAN“ allerdings eine etwas dunklere, eher bräunliche Farbe. Übrigens: Im Discounter Penny gibt es unter der Eigenmarke Naturgut – neben „Vegane Helle“ und „Vegane Helle mit Haselnüssen“ – die weiße vegane Schokolade „Vegane Blonde“, die ebenfalls von Frankonia hergestellt wird. Die veganen Tafeln von CarpeBio stammen auch aus dem Hause Frankonia.
    Die weißen „Schakalode Kuvertüre-Buttons“ von Vantastic Foods enthalten kein Reispulver aus Reissirup, Reisstärke und Reismehl, dafür aber feinen Mandelgrieß. Sie sind damit ebenfalls recht mild im Geschmack und haben eine angenehm helle Farbe.
    Wer unter Allergien oder Unverträglichkeiten leidet, der sollte auf die vegane weiße Schokolade von „White Vanilla" von iChoc, „Organic Dairy Free Alternative to White Chocolate“ von Plamil oder „Rice Milk White Bar" von Bonvita zurückgreifen, denn diese enthalten weder Sojalezithin noch Mandeln und Haselnüsse. Zudem sind diese weißen veganen Schokoladensorten fast genauso hell wie herkömmliche weiße Schokolade mit Milchpulver.
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  15. Schokolade temperieren
    Das Temperieren von Schokolade (Kakaobutter in der Schokolade vorkristallisieren) sorgt nicht nur für einen schönen Glanz und verhindert Grauschleier, es macht die Schokolade auch knackiger und lässt die Schokolade nicht so schnell schmelzen. Jede Sorte Schokolade – dunkel, hell oder weiß – benötigt allerdings eine andere Temperatur beim Abkühlen und erneuten Erhitzen; das kann je nach Sorte etwa 60 Minuten dauern:
    Geschmolzene Schokolade abkühlen auf:
    Weiß etwa 25–26° C
    Vollmilch etwa 26–27° C
    Zartbitter etwa 28–29° C
    Nach dem Abkühlen wieder vorsichtig erwärmen um etwa 2° C auf:
    Weiß etwa 27–28° C
    Vollmilch etwa 28–29° C
    Zartbitter etwa 30–31° C
    Los geht's:
    1. Die Schokolade am besten mithilfe eines digitalen Küchenthermometers temperieren. Dafür Wasser in einem kleinen hohen Kochtopf auf dem Herd auf max. 60° C erhitzen und vom Herd nehmen.
    2. Die vegane Schokolade in eine Wasserbad-Schmelzschale (Ø 14 cm, Höhe 6 cm) geben, auf den Kochtopf setzen und bei max. 40–45° C schmelzen lassen.
    3. Die Schokolade soll nur durch den Dampf erhitzt werden, nicht durch das Wasser direkt, damit die – insbesondere weiße – Schokolade nicht zu heiß und dadurch klumpig und unbrauchbar wird. Also die Schmelzschale niemals direkt ins heiße Wasser hängen oder die Schokolade direkt auf der heißen Herdplatte schmelzen lassen. Es darf zudem niemals Wasser oder Wasserdampf in die Schokolade gelangen, da die Schokolade sonst stockt und krümelig wird.
    4. Nun unter regelmäßigem Rühren mit einem Esslöffel die Schokolade bei weiterhin max. 40–45° C schmelzen lassen, damit die Kakaobutter in Bewegung bleibt und sich nicht absetzt. Ganz wichtig dabei: Die Schokolade immer nur sanft rühren, denn es sollen so wenig Luftblasen wie möglich in die flüssige Schokolade gerührt werden, die später in der festen Schokolade eingeschlossen werden könnten.
    5. Vegane und konventionelle Schokolade ist oftmals dickflüssiger, da sie weniger Kakaobutter enthält, deswegen kann hier etwas Kakaobutter, alternativ Kokosfett oder Pflanzenöl, zu der Schokolade gegeben werden. Das macht die Schokolade nicht nur flüssiger und somit gleichmäßiger verarbeitbar, es macht den Überzug im erstarrten Zustand auch etwas weicher bzw. zarter und gibt zusätzlichen Glanz. Hierfür die Kakaobutter bei etwa 30–35° C über einem Wasserbad schmelzen lassen und unter die geschmolzene Schokolade rühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
    6. Nun die geschmolzene Schokolade außerhalb des Wasserbades abkühlen lassen auf:
    Weiß etwa 25–26° C
    Vollmilch etwa 26–27° C
    Zartbitter etwa 28–29° C
    7. Nach dem Abkühlen die heruntergekühlte Schokolade wieder vorsichtig um etwa 2° C erwärmen auf:
    Weiß etwa 27–28° C
    Vollmilch etwa 28–29° C
    Zartbitter etwa 30–31° C
    8. Die Schokolade ist wohl temperiert, wenn sie auf einem Teller innerhalb von 2–4 Min. langsam erstarrt, zart glänzt und nicht grau wird.
    9. Kuchen, Gebäcke oder Pralinen, die in Schokolade gehüllt sind bzw. getaucht werden, müssen vor dem Überzug auf ca. 18–20° C herunterkühlen, damit der Schokoladenüberzug nicht weiß wird und keinen Grauschleier bekommt.
    10. Fertig temperierte Schokolade sollte niemals zu schnell bzw. zu plötzlich abkühlen. Daher sollten mit temperierter Schokolade überzogene Kuchen, Gebäcke, Pralinen etc. niemals zum Auskühlen in den Kühlschrank oder nach draußen bei kalten Außentemperaturen gestellt werden, da durch die Temperaturschwankungen die Kakaobutter nicht genug Zeit zum Auskristallisieren hat und graue Flecken oder sogar Kondensat auf der Schokoladenhülle entstehen können. Die Kühltemperatur für in Schokolade gehüllte bzw. getauchte Kuchen, Gebäcke, Pralinen etc. sollte daher etwa 15–18° C betragen.
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  16. Dekorieren mit Zuckerguss
    Für die Dekoration mit Zuckerguss 200 g Puderzucker und 3–4 EL (1 EL etwa 15 g) Flüssigkeit wie Wasser, Zitronensaft, Alkohol wie Amaretto, Rum oder Rotwein, Fruchtsaft, Kaffee etc. zu einem dicklichen Zuckerguss anrühren, auf Wunsch einfärben und den abgekühlten Kuchen damit überziehen. Sollte der Zuckerguss zu dünn sein, einfach etwas mehr Puderzucker unterrühren, bis die gewünschte Konsistenz bzw. Festigkeit erreicht ist. Sollte der Zuckerguss zu fest sein, teelöffelweise mehr Flüssigkeit in den Zuckerguss geben und immer erst umrühren, bevor weitere Flüssigkeit zugegeben wird.
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  17. Dekorieren mit Puderzucker
    Die Dekoration mit Puderzucker ist wohl die einfachste und schnellste Form der Verzierung: Den Puderzucker kurzerhand durch ein feines Küchensieb (alternativ mit einem Mehl- und Puderzuckersieb) auf den Kuchen streuen. Auch ganz toll wird es mit sogenannten Schablonen, besonders bei normalen Springformkuchen: Einfach eine Schablone auf den Kuchen legen, Puderzucker darüberstreuen und die Schablone vorsichtig abheben – schon erhält der Kuchen ein tolles Motiv als Kuchendekoration.
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  18. Aufbewahren und einfrieren
    Dieser Kuchen lässt sich – gut verpackt in einem luftdichten Plastikbehälter, alternativ auch in Alufolie oder Plastikbeuteln –, mindestens 5 Tage frisch halten und bleibt dabei noch immer wunderbar saftig und locker. Besonders saftig wird dieser Rührkuchen übrigens, wenn man ihn direkt nach dem Abkühlen in Alufolie oder in einen Plastikbeutel gibt. Dadurch wird die feinknusprige Rinde, die sich beim Backen gebildet hat, ganz zart und weich. Er lässt sich, in bereits aufgeschnittenen Scheiben, auch problemlos im Gefrierbeutel oder -behälter einfrieren und wieder auftauen.
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Einstellungen und Zeiten

Ofeneinstellung: Heißluft bzw. Umluft
Einschubebene: mittlere Schiene
Backtemperatur: 160° C
Backzeit: 45–60 Min.

Benötigte Küchenhelfer

  • 1 Kastenform (25 x 11 cm Innenmaß) oder jede andere Form
  • 1 Esslöffel
  • 1 Stück Küchenpapier
  • 1 Backofenrost
  • 1 Küchenwaage
  • 1 große Rührschüssel
  • 1 feinmaschiges Küchensieb oder 1 Mehl- und Puderzuckersieb
  • 1 Rührlöffel
  • 1 Messbecher
  • 1 Schneidebrett
  • 1 kleines Küchenmesser
  • 1 elektr. Handrührgerät mit Rührhaken
  • 1 Teigschaber
  • 1 großes Küchenmesser
  • 1 Geschirrtuch
  • 1 Küchenreibe, alternativ 1 Zestenreißer
  • bei Bedarf 1 Lage Backpapier oder Alufolie zum Abdecken des Gebäckes
  • 1 Kuchengitter
  • Für Schokoladenglasur: 1 Wasserbad-Schmelzschale, 1 passender Kochtopf
  • Für Zuckerguss: 1 kleine Schüssel, 1 kleiner Schneebesen

Nährwerte

Portionsgröße: 1Stück / ca. 65 g ohne Verzierung | Kalorien: 253kcal | Kohlenhydrate: 35.6g | Eiweiß: 2.5g | Fett: 10.9g | Gesättigte Fette: 0.8g | Cholesterin: 0mg | Natrium: 110.9mg | Ballaststoffe: 1.1g | Zucker: 17.1g
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4 Kommentare
    • voll veggie! says:

      Liebe Angelika,

      vielen Dank für die tolle Bewertung. Der Kuchen ist wirklich so, wie Du beschreibst: Super einfach, super schnell, super fluffig und super Lecker! So einfach kann vegan sein!

      Liebe Grüße
      voll veggie!

      Antworten
  1. Sophia says:

    Deliziös! Vielen Dank für das Rezept und die Zutatenerklärungen!
    Ich muss gestehen, dass ich trotzdessen aus Gewohnheit einige kleine Änderungen vorgenommen habe: Die Rasselbande hat sich einen Zwetschgenkuchen gewünscht, deshalb habe ich die doppelte Menge in einer Springform gemacht, mit Zwetschgen belegt und Sträußeln meine wenig dekorativen Zwetschenbelegversuche kaschiert.
    Um die gesundheitsaffine Fraktion der Familie glücklich zu machen, wurde für eine Hälfte des Mehls Dinkelvollkorn verwendet und der Zucker auf 2/3 der angegebenen Menge reduziert. Und für die Genießeropposition habe ich einen Teil der Pflanzenmilch mit Amaretto ersetzt. Der Teig ist trotz der Zwetschenlast schön aufgegangen, brauchte aber ca 1.5 Stunden Backzeit. Sogar die „ist das vegan oder kann man das essen“-Leute haben den Kuchen als „bauchumfanggefährdend lecker“ beschrieben. Ein schöner Erfolg und Beweis, dass traditionelle Gerichte ganz unfancy veganisiert werden können. Vielen Dank für das Rezept und liebe Grüße!

    Antworten
    • voll veggie! says:

      Liebe Sophia,

      vielen, vielen Dank für Deinen lieben Kommentar und Deine nette Bewertung! Toll, dass Dir der Kuchen so klasse gelungen ist und er Euch so prima geschmeckt hat. Vielen Dank auch für die Tipps. Als Grundrezept lässt dieser vegane Rührkuchen sich wirklich herrlich vielseitig abwandeln. So macht es richtig Spaß zu backen. Vor allem, wenn es auch ohne tierische Produkte geht – und keiner es merkt :-) !

      Liebe Grüße sendet Dir
      Dein Team von voll veggie!

      Antworten

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