Klassische vegane Amerikaner

  • Vegane Amerikaner mit Zuckerguss © voll veggie!
  • Vegane Amerikaner innen schön flaumig und saftig © voll veggie!
  • Vegane Amerikaner ausgebacken und glasiert © voll veggie!
  • Zuckerguss für vegane Amerikaner anrühren © voll veggie!
  • Vegane Amerikaner mit Zitronenglasur © voll veggie!
  • Vegane Amerikaner innen schön buttrig-zart © voll veggie!
  • Vegane Amerikaner mit Zitronenguss glasiert © voll veggie!

Amerikaner sind ein Klassiker unter den Fein- und Kleingebäcken und dürfen auf keiner Kaffeetafel oder Party fehlen. Amerikaner stammen übrigens genauso wenig – wie der Name vermuten lassen könnte – aus Amerika wie ein Hamburger aus Hamburg. Der Ursprung dieses Gebäckes ist allerdings noch nicht eindeutig geklärt. Zwei Theorien kursieren über die Herkunft der Amerikaner: Eine Theorie basiert auf der Annahme, dass sich der Name „Amerikaner“ aus dem Wort „Ammoniumhydrogencarbonat“ ableiten soll, das Hauptbestandteil des Backtriebmittels Hirschhornsalz ist und auf Verpackungen unter der Lebensmittel­zusatzstoff­nummer E 503 kenntlich gemacht wird. Eine andere Theorie hingegen beruht auf der Vermutung, dass sich der Name von der Form des Brodie-Stahlhelmes herleitet, der im Ersten und Zweiten Weltkrieg von diversen Armeen eingesetzt wurde. Es ist und bleibt wohl Spekulation. Und was auch immer letztlich zu dem Namen „Amerikaner“ führte – wir lieben dieses Gebäck!

Die Teigmenge aus diesem Rezept ergibt etwa 9 große ausgebackene Amerikaner mit einem Durchmesser von je etwa 10 cm oder 16 kleinere mit einem Durchmesser von je etwa 7 cm.

Basis für diese Amerikaner ist ein einfacher Rührteig, der ganz ohne Ei-Ersatz (z. B. Vollei-Ersatzpulver, Sojamehl, Apfelmus oder Banane) und sonstige Bindemittel (z. B. Xanthan, Johannis­brot­kernmehl oder Agar-Agar) auskommt. Der Rührteig sollte jedoch deutlich fester sein als beispielsweise für meinen veganen Rührkuchen und schwer reißend vom Löffel fallen. Am Ende sollte er nahezu fest sein und eine angenehm geschmeidige, buttrige Konsistenz haben, da er sonst beim Backen zerlaufen würde. Die Amerikaner sind trotzdem supersaftig, buttrig-zart und nicht so trocken wie typischer Sandkuchen. Sie sind feinporig, wunderbar flaumig, fast schon kompakt und trotzdem ganz zart und fluffig – ohne klietschig zu wirken. Nach dem Backen und Auskühlen werden die Amerikaner ganz traditionell entweder komplett mit Zuckerguss oder hälftig mit Zuckerguss und Schokolade überzogen. So werden sie zusammen mit der saftig-lockeren Krume und der zarten, feinknusprigen Rinde zu einem perfekten Gebäckgenuss. Das alles komplett ohne Ei und sonstige tierische Zusatzstoffe – und mit Zutaten, die bestimmt jeder (Veganer) zu Hause hat. Diese veganen Amerikaner gelingen garantiert ganz ohne (Mini-)Amerikaner-Backform!

Mit dem Mark einer Vanilleschote und etwas frischem Zitronenabrieb verfeinert, erhalten diese veganen Amerikaner übrigens eine besonders feine und frische Note. Ihr habt weder Vanilleschoten noch frische Zitronen im Hause? Kein Problem! Das Mark einer Vanilleschote kann problemlos durch gemahlene Vanille, Vanille- bzw. Vanillinzucker, Backaroma oder sogenannten Vanilleextrakt ersetzt werden, auch wenn hocharomatische echte Vanille doch eigentlich durch nichts zu toppen ist, oder? Frischer Zitronenabrieb kann prima durch einen hochwertigen getrockneten Zitronenabrieb (z. B. von Biovegan) substituiert werden; die Verwendung von Zitronen­schalenaromen wie „Finesse Geriebene Zitronenschale“ von Dr. Oetker mit Dextrose, Aroma und diversen E‑Nummern oder „Unser Zitronen-Schalen Aroma“ von RUF mit Maltodextrin, Zucker, dem Stabilisator Gummi arabicum sowie natürlichem Zitronenaroma grenzt hier aber fast schon an ein „schweres Vergehen“  .

Mit veganer Vanillemilch (z. B. „Sojadrink Vanille“ von Alpro oder Provamel) werden diese Amerikaner im Übrigen noch vanilliger. Das macht aus diesem Amerikaner-Rezept ein echtes veganes Vanille-Highlight. Wer es nicht allzu süß mag, verringert die Zuckermenge einfach nach Belieben. Beim Zucker allerdings auf feinkörnigen zurückgreifen, da sich dieser im Teig besser auflöst als grobkörniger.

Apropos: Backpulver ist nicht gleich Backpulver. Herkömmliches Backpulver und Weinsteinbackpulver bestehen in der Regel zwar jeweils aus einem Backtriebmittel, einem Säuerungsmittel und einem Trennmittel, allerdings unterscheiden sie sich hier in ihrer Zusammensetzung bzw. in ihren Bestandteilen. Herkömmliches Backpulver besteht in erster Linie aus dem gesundheitsschädlichen Säuerungsmittel Phosphat (E 450 Diphosphate), wohingegen Weinsteinbackpulver Reinweinstein (E 336 Monokaliumtartrat) enthält, das auch für Biolebensmittel zugelassen ist. Aus diesem Grunde sollte (Bio-)Weinsteinbackpulver – beispielsweise von Biovegan, RUF oder Alnatura – dem herkömmlichen phosphathaltigen Backpulver stets vorgezogen werden. Herkömmliches phosphathaltiges Backpulver kann im Übrigen ohne Weiteres eins zu eins gegen Weinsteinbackpulver ausgetauscht werden – und umgekehrt.

Und wer kein Puddingpulver mag oder verwenden möchte, lässt dieses einfach weg und verwendet stattdessen herkömmliche Speisestärke aus Mais (Maisstärke).

Die perfekte Konsistenz und die Saftigkeit dieser veganen Amerikaner stehen und fallen letztlich mit der Beheizungsart, Backtemperatur und Backzeit, denn zu langes Backen bei hohen Temperaturen macht sie eher trocken und hart. Das beste Ergebnis bei diesen Amerikanern habe ich mit Heißluft bzw. Umluft erzielt. Entgegen der landläufigen Meinung, Heißluft bzw. Umluft würde Feingebäck und Kuchen nur zusätzlich austrocknen, werden diese veganen Amerikaner schön saftig – mit einer buttrig-zarten, leicht kompakten Konsistenz und einer weichen Rinde. Deshalb die Backzeit lieber etwas verkürzen – bei evtl. niedrigerer Temperatur – und mit Heißluft bzw. Umluft backen.

Nach dem Auskühlen lassen die veganen Amerikaner sich dann herrlich vielseitig dekorieren: ganz klassisch mit Zitronenguss oder herrlich süß mit Schokoladenglasur! Dazu jeweils kunterbunt eingefärbt mit professionellen Lebensmittelfarben, veganen Lebensmittelfarben sowie mit AZO-freien Lebensmittelfarben oder verschiedenartig dekoriert mit veganen Zuckerstreuseln, Nonpareilles (kleine, farbige Zuckerperlen) oder Schokolinsen. Alles ist möglich! Sogenannte Schmelzschokolade enthält in der Regel tierische Inhaltsstoffe, ist daher nicht vegan und eignet sich somit nicht für die Verzierung diese Amerikaner. Übrigens: Mit orangefarbener Glasur oder weißem Zuckerguss mit gruseligen Gesichtern oder schaurigen Spinnennetzen wie bei meinen veganen Halloween-Amerikanern werden diese veganen Amerikaner zu einem echten Highlight auf jeder Halloweenparty!

So richtig lecker schmecken diese veganen Amerikaner natürlich schön frisch nach dem Backen und Verzieren. Sie lassen sich aber auch, gut verschlossen in einer Blechdose oder in Plastikbehältern – alternativ in Alufolie oder Plastikbeuteln –, bis zu 5 Tage bei Raumtemperatur aufbewahren, ohne an Geschmack oder Konsistenz einzubüßen. Die Krume ist dann noch immer wunderbar buttrig-zart und flaumig; die feinknusprige Rinde, die sich beim Backen gebildet hat, wird ganz zart und weich. So gelagert, können die Amerikaner auch ohne Verzierung aufbewahrt und erst später nach Wunsch dekoriert werden. Am besten Butterbrotpapier zwischen die Amerikaner legen, damit sie nicht so sehr aneinanderkleben. Bitte nicht im Kühlschrank lagern, dort werden sie nur unnötig hart und trocken. Undekoriert lassen die Amerikaner sich auch problemlos im Gefrierbeutel oder -behälter einfrieren und wieder auftauen.

Ob nun zur gemütlichen Kaffeezeit, zum Kindergeburtstag, zur Faschings- und Karnevalzeit, zu Halloween oder einfach nur so zwischendurch – diese veganen Amerikaner gehen immer. Wie vom Bäcker, nur besser! Also, probiert es aus – niemand wird bemerken, dass diese Amerikaner vegan sind!

Damit euch dieses Rezept auch garantiert gelingt, findet ihr in diesem Rezept eine Zutatenliste und bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Abhaken sowie ergänzend hierzu weiterführende Infos zu den in diesem Rezept verwendeten Produkten, hilfreiche Tipps, eine Übersicht über die benötigten Küchenhelfer und Angaben zu den Nährwerten.

Vegane Amerikaner mit Zuckerguss © voll veggie!

Klassische vegane Amerikaner mit Zuckerguss – einfaches Grundrezept aus Rührteig

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Basis für diese Amerikaner ist ein einfacher Rührteig, der ganz ohne Ei-Ersatz und sonstige Bindemittel auskommt. Der Rührteig ist jedoch deutlich fester und hat eine angenehm geschmeidige Konsistenz, da er sonst beim Backen zerlaufen würde. Die Amerikaner sind trotzdem supersaftig, buttrig-zart und fluffig – ohne klietschig zu wirken. Diese veganen Amerikaner gelingen garantiert ganz ohne (Mini-)Amerikaner-Backform! Mit zitronigem Zuckerguss ein perfekter Gebäckgenuss für die gemütliche Kaffeezeit!
Gericht: Kuchen & Torten
Land & Region: Deutsch
Keyword: vegan
Level: leicht
Ergibt: 9 große oder 16 kleine Amerikaner
Auskühlen: 40 Min.
Kalorien:273kcal
Vorbereiten10 Min.
Kochen/Backen20 Min.
Zubereiten40 Min.
Gesamt1 Std. 10 Min.
Menge: 9 große Amerikaner Ø 10 cm

Zutaten

Für den Rührteig

  • 250 g Weizenmehl, Type 405
  • 1 Pckg. Puddingpulver, Vanille - 1 Pckg. ca. 36 g; alternativ Speisestärke
  • ½ Pckg. Weinsteinbackpulver - 1 Pckg. ca. 18 g; alternativ normales Backpulver
  • 125 g vegane Margarine - weich
  • 125 g Zucker, weiß
  • 1 Prise Salz/Ursalz
  • 1 Stück Vanilleschote/n - Mark davon
  • 1 TL Schale einer abgeriebenen Biozitrone - 1 TL ca. 2,5 g
  • 125 ml Pflanzenmilch - zimmerwarm

Für die Dekoration

  • 250 g Puderzucker - oder Menge nach Belieben
  • 40–50 ml Zitronensaft - frisch gepresst

Schritte

Für den Rührteig

  • Den Backofen auf 160° C Heißluft bzw. Umluft vorheizen. Das Weizenmehl mit dem Puddingpulver und dem Weinsteinbackpulver durch ein feines Küchensieb, alternativ durch ein Mehl- und Puderzuckersieb, in eine kleine Rührschüssel sieben.
    Mehlgemisch für vegane Amerikaner durchmischen © voll veggie!
  • Ich nehme dafür immer das Rucki-Zucki-Mehlsieb mit Untersetzer von Tupperware, das ich mit den zuvor durchmischten Zutaten befülle und wieder zurück in die kleine Rührschüssel siebe.
    Mehlgemisch für vegane Amerikaner sieben © voll veggie!
  • Die weiche Margarine in einer großen Rührschüssel mit den Rührhaken eines elektrischen Handrührgerätes schaumig aufschlagen. Den Zucker und das Salz nach und nach hinzugeben und alles mit dem Handrührgerät zu einer cremigen Masse verrühren.
    Margarine und Zucker für vegane Amerikaner schaumig rühren © voll veggie!
  • Die Vanilleschote flach auf ein Schneidebrett legen, mit einem Küchenmesser der Länge nach anritzen, das Mark vorsichtig herauskratzen und zum Margarine-Zucker-Gemisch geben.
    Vanilleschote längs aufschneiden © voll veggie!
  • Die Biozitrone heiß waschen, mit einem Geschirrtuch oder Küchenpapier gut trocken reiben und auf einer Küchenreibe (oder, wer hat, mit einem Zestenreißer) dünne Streifen abziehen. 1 TL der Zesten ebenfalls zum Margarine-Zucker-Gemisch geben und die Masse kurz mit dem Handrührgerät durchrühren.
    Frische Zitronenzesten reiben © voll veggie!
  • Nun esslöffelweise das Mehlgemisch abwechselnd mit der zimmerwarmen Pflanzenmilch mit den Rührhaken des Handrührgerätes auf niedriger Stufe unter den Teig arbeiten. Der Rührteig sollte nahezu fest sein und am Ende eine angenehm geschmeidige, buttrige Konsistenz haben.
    Mehl und Pflanzenmilch unter Margarine-Zucker-Gemisch für vegane Amerikaner rühren © voll veggie!
  • Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Mit zwei Esslöffeln oder einem Spritzbeutel mit großer Lochtülle entweder 9 große Teighäufchen mit einem Ø von je etwa 8 cm und 70 g oder 16 kleinere Teighäufchen mit einem Ø von je etwa 4 cm und 40 g mit ausreichend Abstand zueinander auf das Backblech setzen; sie laufen beim Backen noch auseinander und erhalten so ihr typisch „ufoförmiges“ Aussehen. Eventuell mit einem Esslöffel etwas zurechtrücken, bitte NICHT flach drücken!
    Teighäufchen mit Löffeln für vegane Amerikaner formen © voll veggie!
  • Damit das Backpulver seine treibende Wirkung nicht verliert und die Amerikaner schön locker werden, diese sofort im vorgeheizten Backofen bei 160° C Heißluft bzw. Umluft auf mittlerer Schiene insgesamt ca. 10–15 Min. für kleine oder ca. 15–20 Min. für große Amerikaner blass bis leicht goldgelb oder bis zur gewünschten Bräune ausbacken.
    Teighäufchen auf Backblech für vegane Amerikaner © voll veggie!
  • Jeder Ofen ist anders, daher unbedingt die Gebrauchsanleitung lesen und kurz vor Ende der Backzeit mit der Stäbchenprobe prüfen, ob die Amerikaner durchgebacken sind: Dafür mit einem Holzstäbchen in die tiefste Stelle eines Amerikaners stechen – sollte kein Teig am Stäbchen kleben bleiben, sind die Amerikaner gar. Ansonsten einfach noch entsprechend weiterbacken; nur nicht zu lange backen und dunkel werden lassen, sonst werden sie zu trocken. Sollte die feine Rinde zu schnell dunkel werden, dann einfach eine Lage Backpapier oder Alufolie über die Amerikaner legen und den Backofen die letzten 2–3 Min. ausschalten.
    Stäbchenprobe für vegane Amerikaner © voll veggie!
  • Sind die Amerikaner durchgebacken, das Blech aus dem Ofen holen und die Teilchen kurz auf dem Blech auskühlen lassen. Dann die Amerikaner vorsichtig – ggf. mithilfe eines Pfannenwenders – vom Backblech nehmen, auf ein Kuchengitter setzen und vollständig auskühlen lassen.
    Fertig gebackene vegane Amerikaner zum Auskühlen auf Kuchengitter legen © voll veggie!

Für den Zuckerguss

  • Nach dem Auskühlen der Amerikaner den Puderzucker in eine kleine Schüssel sieben. Den Zitronensaft in kleinen Portionen, am besten tröpfchen- oder teelöffelweise, hinzugeben und mit einem kleinen Schneebesen zu einer glatten, sehr dicklichen Glasur anrühren.
    Zuckerguss für vegane Amerikaner anrühren © voll veggie!
  • Abschließend mit einem Löffelrücken die flache Seite der Amerikaner mit dem Zuckerguss schön dick bestreichen und aushärten lassen. Beachtet hierzu auch meine Tipps für das Dekorieren mit Zuckerguss.
    Vegane Amerikaner mit Zuckerguss bestreichen © voll veggie!

TIPPS & INFOS IM ÜBERBLICK

Verwendete Produkte

  • Weizenmehl Type 405 von Alnatura in Bioland-Qualität
  • Vanillepuddingpulver „Pudding Vanille mit echter Bourbon-Vanille“ von Natura
  • Weinsteinbackpulver „Bio-Weinstein-Backpulver“ von Lucullus
  • Vegane Butter bzw. Margarine „Alsan-Bio“ von Alsan
  • Weißer Zucker „Unser Feinster“ von SweetFamily (Nordzucker)
  • Bourbonvanilleschote von Azafran
  • alternativ Vanillezucker mit Bourbonvanille von Natura
  • Salz „Ur-Salz“ von Erntesegen
  • Vegane Pflanzenmilch „Sojadrink Ungesüßt“ von Provamel
  • Puderzucker aus Rohrohrzucker von Naturata

Tipps

Inhaltsübersicht:
1. Biomehl oder konventionelles Mehl?
2. Puddingpulver ist nicht gleich Puddingpulver
3. Herkömmliches Backpulver oder Weinsteinbackpulver?
4. Richtige Verwendung von Backpulver
5. Vegane Margarinesorten
6. Pflanzenöl oder Margarine?
7. Die perfekten Vanilleschoten
8. Frischer Zitronenabrieb
9. Getrockneter Zitronenabrieb
10. Nicht zu lange rühren
11. Perfekte Konsistenz und Saftigkeit
12. Stäbchenprobe
13. Dekorieren mit Zuckerguss
14. Dekorieren mit Schokoladenglasur
15. Unterschied zwischen Kuvertüre und Schokolade
16. Schokolade temperieren
17. Professionelle Lebensmittelfarben
18. Vegane Lebensmittelfarben
19. AZO-freie Lebensmittelfarben
20. Schmelzschokolade („Candy Melts“)
21. Vielseitig bunt (und vegan) dekorieren
22. Aufbewahren und einfrieren
  1. Biomehl oder konventionelles Mehl?
    Im konventionellen Mehl sind Zusatz- oder Hilfsstoffe zur Verbesserung der Mehlqualität ohne Weiteres erlaubt. Der Hersteller Mühlenchemie beispielsweise entwickelt und produziert weltweit Produkte zur Mehlstandardisierung und Mehlverbesserung und führt in seinem Programm über 500 Mehlverbesserungsmittel. Hierzu gehören unter anderem Enzyme für die Verbesserung der Porenstruktur und der Frischhaltung von verpackten Lebensmitteln sowie für die Erhöhung des Gebäckvolumens. Mithilfe dieser Zusatz- und Hilfsstoffe können demnach unter anderem Weizenmischungen optimiert und geringe Klebergehalte oder Ernteschäden kompensiert werden. Viele dieser Zusatz- und Hilfsstoffe sind nicht deklarationspflichtig! Zudem werden auf konventionell bewirtschafteten Getreideflächen unter anderem der Wachstumsregulator Chlormequat sowie das Pestizid Glyphosat eingesetzt.
    Bei Mehlprodukten in Bioqualität der Anbauverbände Naturland, Demeter oder Bioland hingegen sind Zusätze im Mehl durch die hohen Ökostandards nicht zulässig. Bei Mehlprodukten mit dem deutschen staatlichen Bio-Siegel sowie mit dem EU-Bio-Siegel wiederum, die lediglich den Mindeststandard laut EG-Öko-Verordnung erfüllen müssen, sind Zusätze wie Ascorbinsäure (E 300) zur Verbesserung der Teigbeschaffenheit und Vergrößerung des Gebäckvolumens, Magnesiumcarbonate (E 504) als Backtriebmittel, Trennmittel und Säureregulator sowie isolierte Enzyme durchaus zulässig.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Weizenmehl Type 405 in Bioqualität wie das von Alnatura die Teigeigenschaften erheblich beeinflussen kann, indem es den Teig stärker aufquellen lässt und dadurch mehr Flüssigkeit benötigt wird. Im Übrigen kann das in diesem Rezept verwendete Weizenmehl perfekt durch Dinkelmehl Type 630 ersetzt werden; es hat allerdings einen ausgeprägteren, leicht nussigen Geschmack. Weizenmehl Type 405 oder Dinkelmehl Type 630 eignen sich übrigens perfekt für alle feinen Backwaren wie Kuchen, Plätzchen und Torten(-böden).
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  2. Puddingpulver ist nicht gleich Puddingpulver
    Herkömmliches Vanillepuddingpulver besteht in der Regel aus Stärke, Speisesalz, Aroma und Farbstoffen wie Norbixin, Riboflavine oder Carotin. Daher verwende ich bevorzugt Vanillepuddingpulver in Bioqualität. Das Vanillepuddingpulver von Alnatura – wie auch das von Rapunzel – enthält zum Beispiel kein zugesetztes Speisesalz und besteht lediglich aus Maisstärke und gemahlener Bourbonvanilleschote (1,5 %) aus biologischer Landwirtschaft bzw. ökologischem Landbau. Das Vanillepuddingpulver von Arche Naturküche und Natura besteht aus Maisstärke und gemahlener Vanille (sogar 2,4 %) aus ökologischem Landbau bzw. kontrolliert biologischem Anbau (kbA) sowie aus Meersalz. Das macht diese Vanillepuddingmarken besonders wertvoll, da sie weder Aromen noch Farbstoffe enthalten.
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  3. Herkömmliches Backpulver oder Weinsteinbackpulver?
    Backpulver ist nicht gleich Backpulver. Herkömmliches Backpulver und Weinsteinbackpulver bestehen in der Regel zwar jeweils aus einem Backtriebmittel, einem Säuerungsmittel und einem Trennmittel, allerdings unterscheiden sie sich hier in ihrer Zusammensetzung bzw. in ihren Bestandteilen. Herkömmliches phosphathaltiges Backpulver kann im Übrigen problemlos eins zu eins gegen Weinsteinbackpulver ausgetauscht werden – und umgekehrt.
    Unterschied
    Der Unterschied besteht erst einmal im verwendeten Säuerungsmittel. Während herkömmliches Backpulver in erster Linie größtenteils aus dem gesundheitsschädlichen Säuerungsmittel Phosphat (E 450 Diphosphate) und nachfolgend aus dem Backtriebmittel Natron (E 500 Natrium­hydrogen­carbonat, für Biolebensmittel zugelassen) sowie dem Trennmittel Stärke (meist Mais- oder Weizenstärke) besteht, enthält Weinsteinbackpulver hingegen zum Großteil als Trennmittel Maisstärke, als Säuerungsmittel Reinweinstein (E 336 Monokaliumtartrat, für Biolebensmittel zugelassen) und ebenfalls aus dem Backtriebmittel Natron. Übrigens: Weinsäure entsteht natürlicherweise bei der Weinherstellung während der Gärung, reagiert mit dem in den Trauben enthaltenem Kalzium und Kalium und setzt sich je nach Lagerung als Weinstein an Fasswänden, Flaschenböden oder Korken ab.
    Gesundheitsrisiko Phosphat
    Auch wenn im Einzelnen die Mengen an Phosphat im Backpulver vernachlässigbar sein mögen (etwa 1500 mg pro Packung = 125 mg pro Stück Rührkuchen), kommt es doch letzten Endes auf die Summe an. Denn als synthetisch hergestellter Zusatzstoff dient Phosphat als Emulgator, Stabilisator und Säureregulator und ist daher unter anderem in diversen Fertigprodukten und -gerichten wie Pizza sowie in Backwaren und Getränken wie Cola und Kaffee zu finden. Während der menschliche Körper die Aufnahme des natürlich zugeführten Phosphates – zum Beispiel über Kartoffeln, Erdnüsse, Mandeln oder Vollkornbrot – dringend benötigt und problemlos kompensieren kann, stellt eine erhöhte Zufuhr an künstlichem Phosphat wiederum ein erhebliches Gesundheitsrisiko (unter anderem Nierenschäden, Herzinfarkt, Schlaganfall) dar, da es vollständig vom Körper resorbiert wird. Aus dem Grunde sollte (Bio-)Weinsteinbackpulver – beispielsweise von Naturata, Biovegan, Lucullus, Natura, RUF oder Alnatura – dem herkömmlichen phosphathaltigen Backpulver stets vorgezogen werden. Als phosphathaltiger Zusatzstoff für Biolebensmittel ist im Übrigen alleinig Calciumphosphat zugelassen.
    Hinweis auf Phosphat in Lebensmitteln
    An folgenden E-Nummern ist Phosphat in Lebensmitteln zu erkennen: E 338 (Orthophosphorsäure, Phosphorsäure), E 339 (Natriumphosphate), E 340 (Kaliumphosphate), E 341 (Calciumphosphate), E 343 (Magnesiumphosphate), E 450 (Diphosphate, Phosphat), E 451 (Triphosphate, Phosphat), E 452 (Polyphosphate), E 1410 (Monostärkephosphat, modifizierte Stärke), E 1412 (Distärkephosphat, modifizierte Stärke), E 1413 (Phosphatiertes Distärkephosphat, modifizierte Stärke), E 1414 (Acetyliertes Distärkephosphat, modifizierte Stärke), E 1442 (Hydroxypropyldistärkephosphat, modifizierte Stärke).
    Gemäß der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wird Phosphat übrigens noch immer als unbedenklich eingestuft; zudem ist eine Mengenangabe für künstliche Phosphatzusätze nicht erforderlich.
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  4. Richtige Verwendung von Backpulver
    Backpulver verwendet man bei Teigen, die keine sauren Zutaten enthalten. Sowohl herkömmliches Backpulver mit Phosphat als auch Weinsteinbackpulver bestehen wie zuvor beschrieben aus einem Backtriebmittel, einem Säuerungsmittel und einem Trennmittel und können für alle Rührteige eingesetzt werden.
    Wie funktioniert Backpulver?
    Sobald das Backpulver mit Flüssigkeit bzw. Feuchtigkeit in Verbindung kommt, bildet sich durch das jeweilige Säuerungsmittel (Phosphat oder Reinweinstein) und das Backtriebmittel Natron das Gas Kohlendioxid. Dieses wird durch Zugabe von zimmerwarmem Wasser oder zimmerwarmer (Pflanzen-)Milch sowie durch die Hitze im Backofen noch verstärkt; der Kuchen wird wunderbar locker und geht schön auf. Die Stärke im Backpulver dient als Trennmittel und sorgt als Feuchtigkeitsschutz für eine bessere Haltbarkeit des Backpulvers und verhindert so, dass das Säuerungsmittel und das Natron bereits während der Lagerung miteinander reagieren und sich vorzeitig das Kohlendioxid bilden kann.
    Nur zum sofortigen Verbrauch bestimmt
    Damit Backpulver somit seine treibende Wirkung nicht verliert und der Kuchen schön fluffig aufgeht, den fertigen Rührteig niemals zu lange rühren oder unnötig stehen lassen und immer sofort im vorgeheizten Backofen backen.
    Aus diesem Grunde sind Rühr- und Knetteige mit Backpulver stets zum sofortigen Verbrauch bestimmt und sollten entweder bis zur Weiterverarbeitung, z. B. für Plätzchen, möglichst kurz kühl gelagert und noch am selben Tag verarbeitet oder, wie zuvor erwähnt, sofort in den vorgeheizten Backofen gegeben werden.
    Sowohl bereits geöffnete als auch geschlossene Backpulvertütchen sollten stets trocken gelagert werden, da Feuchtigkeit und Flüssigkeit die Wirkung des Backpulvers auslöst und das Backpulver somit unbrauchbar macht.
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  5. Vegane Margarinesorten
    Ich verwende ausschließlich die veganen Margarinesorten wie „Alsan-Bio“ (nicht umgeestert und nicht chemisch gehärtet, ohne Aromen und künstliche Farbstoffe) sowie „Alsan-S“ (umgeestert, mit natürlichen Aromen und Emulgatoren aus Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren). Der Farbstoff Carotin in der „Alsan-S“ ist übrigens (nach Rückfrage beim Hersteller) natürlicher Herkunft. Es wurde demnach nicht synthetisch hergestellt; auch wurden keine gentechnisch veränderten Organismen eingesetzt.
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  6. Pflanzenöl oder Margarine?
    Butter aus Kuhmilch ist für Kuchen und Plätzchen ein wunderbarer Geschmacksgeber, jedoch aufgrund des tierischen Hauptbestandteiles für die vegane Küche gänzlich ungeeignet. So bleibt hier nur die Wahl zwischen Pflanzenöl und veganer Margarine. Doch wie unterscheidet sich die Verwendung von Pflanzenöl und Margarine beim Backen?
    Ganz einfach. Während Pflanzenöl zu 100 Prozent aus Fett besteht, enthält Margarine wie die von Alsan 80 Prozent pflanzliche Fette (Palmfett, Kokosfett); der Rest besteht aus Wasser, dem natürlichem Farbstoff Karottensaftkonzentrat, dem Emulgator Sonnenblumenlecithin sowie Zitronensaftkonzentrat als Konservierungsmittel und kalt gepresstem Zitronenöl für den leicht buttrigen Geschmack. Und eben dieses Wasser in der Margarine verdunstet beim Backen und macht den Kuchen am Ende fester. Der hohe Fettgehalt im Pflanzenöl hingegen sorgt bei Kuchen für eine schön zarte und saftige Konsistenz. Wichtig dabei: Das Pflanzenöl sollte raffiniert, also heiß gepresst sein, da es geschmacksneutral und hocherhitzbar ist. Unraffinierte, also kalt gepresste Öle wiederum haben einen arteigenen, teils kräftigen Geschmack und – je nach Ölsorte (z. B. Distelöl 150° C, Erdnussöl 130° C, Walnussöl 160° C) – einen sehr niedrigen Rauchpunkt (Temperatur, bei der im Öl enthaltenes Wasser und freie Fettsäuren verdampfen und dadurch das Öl ungenießbar wird).
    Wer als Veganer den frischen Buttergeschmack beim Backen (und natürlich Kochen) nicht missen möchte, verwendet für diesen Kuchen das Rapsöl „Albaöl® – Schwedisches Rapsöl mit feinem Buttergeschmack“ von Taste of Sweden. Es riecht und schmeckt deutlich nach frischer Butter, ist jedoch vegan und somit ein echter Segen für jeden Veganer! Pflanzenöl mit Buttergeschmack gibt es inzwischen übrigens auch von Biskin, Schlagfix oder Teutoburger Ölmühle.
    Für Feingebäck und Kekse wie meine veganen Triple-Choc-Cookies, meine veganen Butterplätzchen, meine veganen Vanillekipferl oder meine veganen Franzbrötchen, die beim Backen nicht zerlaufen sollen, ist festes Fett wie Margarine unerlässlich.
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  7. Die perfekten Vanilleschoten
    Ich bevorzuge Vanilleschoten in Bioqualität. Diese sind zwar etwas teurer, jedoch wesentlich saftiger und intensiver im Geschmack als die günstigen Vanilleschoten aus dem Discounter oder Supermarkt. Daher hier lieber auf Biovanilleschoten von Alnatura, Lebensbaum, Rapunzel, Naturata oder RUF zurückgreifen. Auch die Bourbon- sowie die Tahiti- oder Südsee-Vanilleschoten von Azafran – in Nichtbioqualität – sind sehr hochwertig und saftig und daher ebenfalls äußerst empfehlenswert.
    Das Mark einer Vanilleschote kann zwar durch gemahlene Vanille, Vanille- bzw. Vanillinzucker, Backaroma oder sogenannte Vanilleessenzen, -extrakten und -pasten (zum Beispiel aus gemahlenen Vanilleschoten, Wasser, Alkohol, Zucker, Aromen und Verdickungsmitteln) problemlos ersetzt werden, doch hocharomatische echte Vanille ist im Grunde durch nichts zu toppen.
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  8. Frischer Zitronenabrieb
    Für den frischen Zitronenabrieb immer unbehandelte Zitronen verwenden, am besten in Bioqualität. Die Zitrone heiß waschen, mit einem Geschirrtuch oder Küchenpapier gut trocken reiben und auf einer Küchenreibe (oder, wer hat, mit einem Zestenreißer) dünne Streifen abziehen.
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  9. Getrockneter Zitronenabrieb
    Wer keinen Zitronenabrieb aus frischen Zitronen zur Hand hat, kann alternativ „Zitronenschale gerieben“ von Biovegan, dennree, Biovita oder Alnatura verwenden. Diese besteht in der Regel aus 97 % geriebenen Zitronenschalen und 3 % Zitronenöl. Sowohl die Zitronenschalen als auch das Zitronenöl werden schonend gefriergetrocknet und stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Eine wunderbar natürliche Alternative zu echten Zitronen. Die Backzutat „Finesse Geriebene Zitronenschale“ von Dr. Oetker mit Dextrose, Aroma und diversen E-Nummern (Trennmittel E 341, Antioxidationsmittel E 300 und E 304, Farbstoff E 101 und Konservierungsstoff E 200) oder „Unser Zitronen-Schalen Aroma“ von RUF mit Maltodextrin, Zucker, dem Stabilisator Gummi arabicum sowie natürlichem Zitronenaroma ist eher nicht empfehlenswert.
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  10. Nicht zu lange rühren
    Auch wenn er Rührteig heißt: Den Teig bitte nicht zu lange und stark rühren, da sich sonst zu viele Luftbläschen bilden. Feinkörniger Zucker (z. B. der in diesem Rezept verwendete weiße Zucker „Unser Feinster“ von SweetFamily (Nordzucker) löst sich im Teig erheblich besser auf als herkömmlicher grobkörniger Haushaltszucker und lässt sich dadurch äußerst zügig verarbeiten. Auch die sehr feinen Zuckersorten mit besonders feinen Kristallen wie „Feinster Zucker“, „Fein Zucker“ oder „Feinster Back Zucker“ von Südzucker sowie „Rohrzucker fein, unraffiniert“ von Seeberger eignen sich bestens für die Herstellung dieser veganen Amerikaner.
    Der Rührteig sollte deutlich fester sein als beispielsweise für meinen veganen Rührkuchen und schwer reißend vom Löffel fallen. Am Ende sollte er nahezu fest sein und eine angenehm geschmeidige, buttrige Konsistenz haben, da er sonst beim Backen zerlaufen würde. Nach dem Rühren die Teighäufchen für die Amerikaner auf das Backblech setzen und sofort in den vorgeheizten Backofen stellen, damit das Backpulver seine treibende Wirkung nicht verliert. Das lässt die Amerikaner schön locker aufgehen.
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  11. Perfekte Konsistenz und Saftigkeit
    Die perfekte Konsistenz und die Saftigkeit dieser veganen Amerikaner stehen und fallen letztlich mit der Backtemperatur, Backzeit und natürlich mit der Beheizungsart des Backofens, denn zu langes Backen bei hohen Temperaturen macht diese Amerikaner eher trocken und hart. Das beste Ergebnis bei diesen Amerikanern habe ich mit Heißluft bzw. Umluft erzielt. Entgegen der landläufigen Meinung, Heißluft bzw. Umluft würde Feingebäck und Kuchen nur zusätzlich austrocknen, werden diese veganen Amerikaner schön saftig – mit einer buttrig-zarten, leicht kompakten Konsistenz und einer weichen Rinde. Deshalb die Backzeit lieber etwas verkürzen – bei evtl. niedrigerer Temperatur – und mit Heißluft bzw. Umluft backen.
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  12. Stäbchenprobe
    Mittels Stäbchenprobe prüfen, ob die Amerikaner durchgebacken sind: Dafür mit einem Holzstäbchen in die tiefste Stelle eines Amerikaners stechen – sollte kein Teig am Stäbchen kleben bleiben, sind die Amerikaner gar. Ansonsten einfach noch entsprechend weiterbacken; nur nicht zu lange, sonst werden sie zu trocken. Wird die feine Rinde zu schnell dunkel, dann einfach eine Lage Backpapier oder Alufolie über die Amerikaner legen und den Backofen die letzten 2–3 Min. ausschalten.
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  13. Dekorieren mit Zuckerguss
    Für die Dekoration mit einer dicken Schicht Zuckerguss den Puderzucker in eine kleine Schüssel sieben. Den Zitronensaft in kleinen Portionen, am besten tröpfchen- oder teelöffelweise, hinzugeben und mit einem kleinen Schneebesen zu einer glatten, sehr dicklichen Glasur anrühren; auf Wunsch einfärben. Abschließend mit einem Löffelrücken die flache Seite der Amerikaner mit dem Zuckerguss schön dick bestreichen und aushärten lassen. Nach dem Aushärten erhält die Glasur eine schön matte Oberfläche.
    Alternativ zum Zitronensaft kann auch Flüssigkeit wie Wasser, Fruchtsaft, Kaffee oder Alkohol wie Amaretto, Rum oder Rotwein verwendet werden. Sollte der Zuckerguss zu dünn sein, einfach etwas mehr Puderzucker unterrühren, bis die gewünschte Konsistenz bzw. Festigkeit erreicht ist. Sollte der Zuckerguss zu fest sein, tröpfchenweise mehr Flüssigkeit in den Zuckerguss geben und immer erst umrühren, bevor weitere Flüssigkeit zugegeben wird.
    Für eine Schwarz-Weiß-Glasur den Zuckerguss halbieren, unter die eine Hälfte 1 EL (ca. 20 g) echten Kakao (Backkakao) mischen und je zur Hälfte mit dem weißen Zuckerguss auf die Amerikaner streichen. Wer hingegen einen Guss aus Schokolade bevorzugt, schmilzt die gewünschte Menge an veganer Schokolade über einem Wasserbad, temperiert sie und überzieht damit die Amerikaner.
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  14. Dekorieren mit Schokoladenglasur
    Der Dekorierung mit Schokoladenglasur sind keine Grenzen gesetzt. Hier passt wirklich jede Art von veganer Schokolade – dunkel, hell oder weiß. Sowohl vegane als auch konventionelle Schokolade ist oftmals dickflüssiger, da sie weniger Kakaobutter enthält, deswegen kann hier etwas Kakaobutter, alternativ Kokosfett oder Pflanzenöl, zu der Schokolade gegeben werden. Beachtet hierzu auch meine Tipps zum Unterschied von Kuvertüre und Schokolade sowie zum Temperieren.
    Vegane weiße Schokolade lässt sich im Übrigen hervorragend mit fettlöslicher Lebensmittelfarbe einfärben; beachtet hierzu auch meine Infos zu den Themen professionelle Lebensmittelfarben, vegane Lebensmittelfarben sowie AZO-freie Lebensmittelfarben. Sogenannte Schmelzschokolade – allgemein auch unter Schmelzdrops oder Glasurlinsen sowie „Candy Melts“ von Wilton, „Cake Melts“ von Birkmann oder „Deco Melts“ von FunCakes bekannt – ist in der Regel nicht vegan und eignet sich nicht für diese Cakepops.
    Bei Zartbitterschokolade ist es in der Regel kein Problem, einen adäquaten veganen Ersatz zu finden, da z. B. Zartbitterschokolade nur selten mit Milch(-pulver) hergestellt wird. Hier kann man im Grunde auf normale Zartbitterschokolade aus dem Supermarkt zurückgreifen. Wer es allerdings ausschließlich vegan UND bio möchte, verwendet einfach die Zartbitterschokolade „Chocolat 64 % Cacao“ von Alnatura, „dunkle VEGAN“ von Frankonia, die mit dem darin enthaltenen Haselnussmark sehr mild und zart schmeckt oder die fair gehandelten veganen Zartbittersorten „Zartbitter mild Pur 60 %“ von GEPA und „Premium 71 % Dark Chocolate“ von Bonvita.
    Vegane „Milch“schokolade ist zwar nicht ohne Weiteres im Discounter oder Supermarkt erhältlich, lässt sich aber ganz einfach in Bioläden, Reformhäusern, Drogerien oder in diversen Onlineshops finden. Hier sind „helle VEGAN“ von Frankonia, „Rice Milk Classic Original“ von Bonvita, „Chocjes Original“ von Katjes oder „Schakalode Kuvertüre-Buttons“ von Vantastic Foods (diese enthält weder Reissirup, Reisstärke und Reismehl noch Mandelgrieß) sehr empfehlenswert und kaum von den milchhaltigen Schokoladen zu unterscheiden.
    Vegane weiße Schokolade hingegen ist oftmals eher echte Geschmacks­sache. Inzwischen gibt es aber eine große Auswahl an veganen weißen Schokoladen, die allesamt eine wunderbare Alternative zur herkömmlichen weißen Schokolade mit Milchpulver bieten:
    - Bonvita „Rice Milk White Bar"
    - CarpeBio (Frankonia) „Mandello“
    - Frankonia „blonde VEGAN“
    - iChoc „White Vanilla"
    - Plamil „Organic Dairy Free Alternative to White Chocolate“
    - Sweet William „White Choc"
    - Vantastic Foods „Schakalode Kuvertüre-Buttons weiß“
    - Zotter „Glühbirnchen Reis weiß Couverture“
    Die vegane weiße Schokolade „White Choc" von Sweet William, Australien ist bisher die mildeste und geschmackintensivste, aber gleichzeitig auch -neutralste weiße vegane Schokolade, die ich bisher probiert habe. Sie enthält Rohrzucker, Kakaobutter, Tapiokamehl, Sojamehl, Inulin, die Emulgatoren Sonnenblumenlezithin und E 476 (Polyglycerin) sowie natürliche Aromen. Damit enthält sie keine Inhaltsstoffe mit störendem Nachgeschmack wie etwa Reisdrinkpulver. Zudem enthält diese weiße Schokolade keine echte Vanille, sodass die in diesem Vanilleeisrezept separat zugefügte Bourbonvanille geschmacklich und optisch schön zur Geltung kommt. Sie hat eine angenehm helle Farbe und kommt letztlich „echter" weißer Schokolade sehr, sehr nahe. Perfekt zum Einfach-so-Naschen.
    Auch die vegane weiße Bioschokolade „blonde VEGAN“ von Frankonia (mit Reispulver) schmeckt mit der darin enthaltenen Mandel- und Haselnusspaste recht mild mit nur leichtem Nachgeschmack. Im Gegensatz zu anderen veganen weißen Schokoladensorten hat die „blonde VEGAN“ allerdings eine etwas dunklere, eher bräunliche Farbe. Übrigens: Im Discounter Penny gibt es unter der Eigenmarke Naturgut – neben „Vegane Helle“ und „Vegane Helle mit Haselnüssen“ – die weiße vegane Schokolade „Vegane Blonde“, die ebenfalls von Frankonia hergestellt wird. Die veganen Tafeln von CarpeBio stammen auch aus dem Hause Frankonia.
    Die weißen „Schakalode Kuvertüre-Buttons“ von Vantastic Foods enthalten kein Reispulver aus Reissirup, Reisstärke und Reismehl, dafür aber feinen Mandelgrieß. Sie sind damit ebenfalls recht mild im Geschmack und haben eine angenehm helle Farbe.
    Wer unter Allergien oder Unverträglichkeiten leidet, der sollte auf die vegane weiße Schokolade von „White Vanilla" von iChoc, „Organic Dairy Free Alternative to White Chocolate“ von Plamil oder „Rice Milk White Bar" von Bonvita zurückgreifen, denn diese enthalten weder Sojalezithin noch Mandeln und Haselnüsse. Zudem sind diese weißen veganen Schokoladensorten fast genauso hell wie herkömmliche weiße Schokolade mit Milchpulver.
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  15. Unterschied zwischen Kuvertüre und Schokolade
    Schokolade ist nicht gleich Kuvertüre. Gemäß § 3 Abs. B der Verordnung über Kakao- und Schokoladenerzeugnisse (Kakaoverordnung) „muss das Erzeugnis mindestens 35 Prozent Gesamtkakaotrockenmasse, davon mindestens 31 Prozent Kakaobutter und mindestens 2,5 Prozent fettfreie Kakaotrockenmasse, enthalten.“ So enthält klassische Kuvertüre mehr Fett in Form von Kakaobutter, deswegen ist sie nach dem Schmelzen flüssiger und lässt sich gleichmäßiger verarbeiten bzw. auftragen. Damit Kuvertüre schön glänzt, muss man sie temperieren. Das Temperieren von Kuvertüre sorgt nicht nur für einen schönen Glanz und verhindert Grauschleier, es macht die Kuvertüre auch knackiger und lässt sie nicht so schnell schmelzen
    Übrigens: Schokoladenglasur ist ein billiges Pendant zu Kuvertüre, da sie statt hochwertiger Kakaobutter billigere Pflanzenfette wie Kokos- oder Palmfett enthält. Schokoladenglasur muss nicht temperiert werden und lässt sich dadurch leichter verarbeiten.
    Blockschokolade ist – wie Schokoladenglasur auch – von minderer Qualität und durch den geringen Kakaobutteranteil eher zum Backen geeignet.
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  16. Schokolade temperieren
    Das Temperieren von Schokolade (Kakaobutter in der Schokolade vorkristallisieren) sorgt nicht nur für einen schönen Glanz und verhindert Grauschleier, es macht die Schokolade auch knackiger und lässt die Schokolade nicht so schnell schmelzen. Jede Sorte Schokolade – dunkel, hell oder weiß – benötigt allerdings eine andere Temperatur beim Abkühlen und erneuten Erhitzen; das kann je nach Sorte etwa 60 Minuten dauern:
    Geschmolzene Schokolade abkühlen auf:
    Weiß etwa 25–26° C
    Vollmilch etwa 26–27° C
    Zartbitter etwa 28–29° C
    Nach dem Abkühlen wieder vorsichtig erwärmen um etwa 2° C auf:
    Weiß etwa 27–28° C
    Vollmilch etwa 28–29° C
    Zartbitter etwa 30–31° C
    Los geht's:
    1. Die Schokolade am besten mithilfe eines digitalen Küchenthermometers temperieren. Dafür Wasser in einem kleinen hohen Kochtopf auf dem Herd auf max. 60° C erhitzen und vom Herd nehmen.
    2. Die vegane Schokolade in eine Wasserbad-Schmelzschale (Ø 14 cm, Höhe 6 cm) geben, auf den Kochtopf setzen und bei max. 40–45° C schmelzen lassen.
    3. Die Schokolade soll nur durch den Dampf erhitzt werden, nicht durch das Wasser direkt, damit die – insbesondere weiße – Schokolade nicht zu heiß und dadurch klumpig und unbrauchbar wird. Also die Schmelzschale niemals direkt ins heiße Wasser hängen oder die Schokolade direkt auf der heißen Herdplatte schmelzen lassen. Es darf zudem niemals Wasser oder Wasserdampf in die Schokolade gelangen, da die Schokolade sonst stockt und krümelig wird.
    4. Nun unter regelmäßigem Rühren mit einem Esslöffel die Schokolade bei weiterhin max. 40–45° C schmelzen lassen, damit die Kakaobutter in Bewegung bleibt und sich nicht absetzt. Ganz wichtig dabei: Die Schokolade immer nur sanft rühren, denn es sollen so wenig Luftblasen wie möglich in die flüssige Schokolade gerührt werden, die später in der festen Schokolade eingeschlossen werden könnten.
    5. Vegane und konventionelle Schokolade ist oftmals dickflüssiger, da sie weniger Kakaobutter enthält, deswegen kann hier etwas Kakaobutter, alternativ Kokosfett oder Pflanzenöl, zu der Schokolade gegeben werden. Das macht die Schokolade nicht nur flüssiger und somit gleichmäßiger verarbeitbar, es macht den Überzug im erstarrten Zustand auch etwas weicher bzw. zarter und gibt zusätzlichen Glanz. Hierfür die Kakaobutter bei etwa 30–35° C über einem Wasserbad schmelzen lassen und unter die geschmolzene Schokolade rühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
    6. Nun die geschmolzene Schokolade außerhalb des Wasserbades abkühlen lassen auf:
    Weiß etwa 25–26° C
    Vollmilch etwa 26–27° C
    Zartbitter etwa 28–29° C
    7. Nach dem Abkühlen die heruntergekühlte Schokolade wieder vorsichtig um etwa 2° C erwärmen auf:
    Weiß etwa 27–28° C
    Vollmilch etwa 28–29° C
    Zartbitter etwa 30–31° C
    8. Die Schokolade ist wohl temperiert, wenn sie auf einem Teller innerhalb von 2–4 Min. langsam erstarrt, zart glänzt und nicht grau wird.
    9. Kuchen, Gebäcke oder Pralinen, die in Schokolade gehüllt sind bzw. getaucht werden, müssen vor dem Überzug auf ca. 18–20° C herunterkühlen, damit der Schokoladenüberzug nicht weiß wird und keinen Grauschleier bekommt.
    10. Fertig temperierte Schokolade sollte niemals zu schnell bzw. zu plötzlich abkühlen. Daher sollten mit temperierter Schokolade überzogene Kuchen, Gebäcke, Pralinen etc. niemals zum Auskühlen in den Kühlschrank oder nach draußen bei kalten Außentemperaturen gestellt werden, da durch die Temperaturschwankungen die Kakaobutter nicht genug Zeit zum Auskristallisieren hat und graue Flecken oder sogar Kondensat auf der Schokoladenhülle entstehen können. Die Kühltemperatur für in Schokolade gehüllte bzw. getauchte Kuchen, Gebäcke, Pralinen etc. sollte daher etwa 15–18° C betragen.
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  17. Professionelle Lebensmittelfarben
    Fettlösliche Lebensmittelfarben sind für das Färben von Schokolade unabdingbar, denn wasserlösliche Puder-, Pasten- oder Flüssigfarben eignen sich nicht für das Färben von fetthaltigen Massen wie Schokolade, Kakaobutter und Butter, da diese nicht fettlöslich sind und sich nicht mit dem Fett verbinden. Eine Zugabe solcher Farben würde zum Gerinnen der Schokolade bzw. Candy Melts führen.
    Das beste Ergebnis habe ich mit fettlöslichen pulverförmigen und in Öl vorgelösten Lebensmittelfarben (beispielsweise von Pati-Versand oder Wohlers Versandhandel) erzielt. Diese sind hochpigmentiert, sehr ergiebig, untereinander mischbar und nicht mit den wasserlöslichen Supermarktfarben, wie zum Beispiel von Dr. Oetker, vergleichbar.
    Die Mengenangaben für die Farben in diesem Rezept sind Richtwerte für die von mir verwendeten Farben; die tatsächliche Menge hängt letztlich von euren eingesetzten Farben ab.
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  18. Vegane Lebensmittelfarben
    Nicht jede Lebensmittefarbe ist vegan. Auch wenn das Basisprodukt keine tierischen Inhaltsstoffe wie Gelatine oder Milchpulver enthält und das Endprodukt die Kennzeichnung „ohne künstliche Farbstoffe“ oder „nur aus natürlichen Farbstoffen“ trägt, enthalten die meisten Lebensmittelfarben den „natürlichen“ roten Farbstoff E 120 (Echtes Karmin) aus befruchteten und getrockneten weiblichen Schildläusen. Fertige Cakepop-Glasuren von Pati-Versand oder Spiegelglasuren „Mirror Glaze“ von Küchle oder RUF sind allesamt bereits eingefärbt und enthalten unter anderem tierische Inhaltsstoffe wie Vollmilch- und Süßmolkenpulver, rote Lebensmittelfarbe E 120 (Echtes Karmin) sowie Gelatine und sind somit für diese veganen Cakepops gänzlich ungeeignet.
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  19. AZO-freie Lebensmittelfarben
    Lebensmittelfarbe ist nicht gleich Lebensmittelfarbe. Synthetische und sogenannte Azofarbstoffe sind in unseren Lebensmitteln allgegenwärtig (zum Beispiel in Süßigkeiten, Käse, Fleisch, Konserven) und können insbesondere bei Kindern die Aufmerksamkeit und auch die Aktivität stark beeinflussen (ADHS).
    Derzeit sind folgende 11 AZO-Farbstoffe zugelassen: E 102 (Tartrazin), E 104 (Chinolingelb), E 110 (Gelborange S), E 122 (Azorubin), E 123 (Amaranth), E 124 (Cochenillerot A), E 129 (Allurarot AC), E 151 (Brilliantschwarz BN), E 154 (Braun FK), E 155 (Braun HT) und E 180 (Litholrubin BK).
    Welche Lebensmittelzusatzstoffe in welchen Mengen und Produkten zugelassen sind, ist in der Europäischen Union (EU) durch die Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 (PDF-Datei, zuletzt geöffnet am 21.09.2019) des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Lebensmittelzusatzstoffe geregelt. Zu den Lebensmittelfarbstoffen, für die bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln nach Artikel 24 dieser Verordnung zusätzliche Angaben gemacht werden müssen, gehören gemäß Anhang V die Farbstoffe E 102 (Tartrazin), E 104 (Chinolingelb), E 110 (Gelborange S), E 122 (Azorubin), E 124 (Cochenillerot A) und E 129 (Allurarot AC).
    Seit dem 20.07.2010 müssen gemäß Verordnung (EU) Nr. 238/2010 (PDF-Datei, zuletzt geöffnet am 21.09.2019) zur Änderung von Anhang V der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 alle Lebensmittel innerhalb der EU, die die oben genannten umstrittenen Farbstoffe enthalten, den Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ tragen. Einige Lebensmittel wie Stempelaufdrucke und Farbverzierungen auf den Schalen von Eiern sowie Getränke, die mehr als 1,2 % Alkohol (Volumenkonzentration) enthalten, dürfen die Farbstoffe allerdings weiterhin enthalten.
    AZO-freie Lebensmittelfarben hingegen sind zwar deklarationspflichtig, müssen jedoch keine gesonderte Kennzeichnung als Warnhinweis tragen. Die Kennzeichnung „ohne künstliche Farbstoffe“ oder „nur aus natürlichen Farbstoffen“ sagt übrigens nichts darüber aus, ob die Lebensmittelfarbe vegan ist, denn auch E 120 (Echtes Karmin) ist natürlich, wird aber aus trächtigen, getrockneten Schildläusen hergestellt.
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  20. Schmelzschokolade („Candy Melts“)
    Die derzeit sehr angesagte Schmelzschokolade (Schmelzdrops) – sogenannte „Candy Melts“ von Wilton oder „CakeMelts“ von Birkmann, die im Übrigen statt hochwertiger Kakaobutter lediglich pflanzliche Fette wie Palmfett enthalten,– sowie die fertigen Cakepop-Glasuren von Pati-Versand oder Spiegelglasuren „Mirror Glaze“ zum Beispiel von Küchle oder RUF, die allesamt bereits eingefärbt sind, enthalten unter anderem tierische Inhaltsstoffe wie Vollmilch- und Süßmolkenpulver, rote Lebensmittelfarbe E 120 (Echtes Karmin aus Schildläusen) sowie Gelatine und sind somit für diese veganen Cakepops gänzlich ungeeignet. Auch wenn der Arbeitsaufwand höher ist, bleibt bei diesen veganen Cakepops nur der Einsatz von veganer weißer Schokolade, die man erst schmelzen lassen und dann nach Wunsch einfärben muss – mit dem damit verbundenen Temperieren. Das hat allerdings wiederum den Vorteil, dass die Inhaltstoffe hierbei überschaubar bleiben und ihr Einsatz steuerbar ist.
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  21. Vielseitig bunt (und vegan) dekorieren
    Nach dem Auskühlen lassen diese Amerikaner sich wunderbar vielseitig vegan dekorieren, z. B. klassisch wie in diesem Rezept mit Zuckerguss oder Schokoglasur. Der Zuckerguss sowie die Schokoglasur lassen sich wunderbar mit professionellen Lebensmittelfarben, mit veganen Lebensmittelfarben und auch mit AZO-freien Lebensmittelfarben einfärben und dekorieren. Streudekore oder Backdekore, insbesondere die aus den Discountern und Supermärkten, sind allerdings nicht immer vegan. Die meisten enthalten den roten Farbstoff E 120 (Echtes Karmin, aus befruchteten und getrockneten weiblichen Schildläusen) sowie Bienenwachs oder E 904 (Schellack, Ausscheidungen von Lackschildläusen) als Überzugsmittel. Mit ausgesuchten veganen Lebensmittelfarben, veganen Zuckerstreuseln, Dekorherzen oder kleinen, farbigen Zuckerperlen (sogenannte Nonpareilles) – beispielsweise von Biovegan – sowie mit veganen Schokolinsen, z. B. von Clarana, oder Haselnusskrokant, z. B. Pati-Versand, werden diese Amerikaner allerdings gänzlich zu einem echten veganen Highlight.
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  22. Aufbewahren und einfrieren
    So richtig lecker schmecken diese veganen Amerikaner natürlich schön frisch nach dem Backen und Verzieren. Sie lassen sich aber auch, gut verschlossen in einer Blechdose oder in Plastikbehältern – alternativ in Alufolie oder Plastikbeuteln –, bis zu 5 Tage bei Raumtemperatur aufbewahren, ohne an Geschmack oder Konsistenz einzubüßen. Die Krume ist dann noch immer wunderbar buttrig-zart und flaumig; die feinknusprige Rinde, die sich beim Backen gebildet hat, wird ganz zart und weich. So gelagert, können die Amerikaner auch ohne Verzierung aufbewahrt und erst später nach Wunsch dekoriert werden. Am besten Butterbrotpapier zwischen die Amerikaner legen, damit sie nicht so sehr aneinanderkleben. Bitte nicht im Kühlschrank lagern, dort werden sie nur unnötig hart und trocken. Undekoriert lassen die Amerikaner sich auch problemlos im Gefrierbeutel oder -behälter einfrieren und wieder auftauen.
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Einstellungen und Zeiten

Ofeneinstellung: Heißluft bzw. Umluft
Einschubebene: mittlere Schiene
Backtemperatur: 160° C
Backzeit: 15–20 Min.

Benötigte Küchenhelfer

  • 1 Küchenwaage
  • 1 Esslöffel
  • 1 feinmaschiges Küchensieb oder 1 Mehl- und Puderzuckersieb
  • 1 kleine Rührschüssel
  • 1 große Rührschüssel
  • 1 elektr. Handrührgerät mit Rührhaken
  • 1 Schneidebrett
  • 1 kleines Küchenmesser
  • 1 Geschirrtuch
  • 1 Küchenreibe, alternativ 1 Zestenreißer
  • 1 Teelöffel
  • 1 Messbecher
  • 1 Backblech
  • 1 Lage Backpapier
  • 2 Esslöffel oder 1 Spritzbeutel mit großer Lochtülle
  • bei Bedarf 1 Lage Backpapier oder Alufolie zum Abdecken des Gebäckes
  • 1 Holzstäbchen
  • 1 Pfannenwender
  • 1 Kuchengitter
  • 1 kleines Schüsselchen
  • 1 kleiner Schneebesen 

Nährwerte

Portionsgröße: 1Stück groß | Kalorien: 273kcal | Kohlenhydrate: 38g | Eiweiß: 3.3g | Fett: 11.7g | Gesättigte Fette: 5.5g | Cholesterin: 0mg | Natrium: 82.9mg | Ballaststoffe: 1.2g | Zucker: 14.1g
Rezept ausprobiert?Erwähne @vollveggie oder tagge #vollveggie!

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1 Antwort
  1. Sabrina says:

    Hallo,

    muss kurz einmal 5 Sterne vergeben, dieses ist ein klasse Rezept mit vielen Tipps.

    Das Rezept hat auf Anhieb geklappt, und die Familie ist begeistert davon.

    Werde auch noch einmal andere Rezepte testen, gibt das ein oder andere welches ist gerne mal Backen oder Kochen möchte.

    Weiter so vollveggie Team.

    Bis demnächst
    Sabrina

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