Honig­alternative Agaven­dicksaft

Honigersatz Agavendicksaft © voll veggie!

Agavendicksaft ist ein natürliches Süßungsmittel und durch die hohe Süßkraft eine wunderbare Alternative zu Zucker. Er ist vielseitig einsetzbar und wird in der vegetarischen und veganen Küche oft als Honigersatz verwendet.

Ich persönlich verwende vorwiegend den dunklen Agavendicksaft (ähnelt sehr dem Waldhonig) als Honigersatz aufs Brot und Brötchen, jedoch hauptsächlich für meine herzhaften Gerichte wie Saucen, Marinaden und Beilagen wie Rotkohl.

Ursprung und Herstellung

Agavendicksaft wird vorwiegend in Mexiko produziert. Er wird aus dem Agavensaft der Agavenpflanze hergestellt und entsteht durch Eindicken des reinen Saftes. Er besteht somit aus 100 % konzentriertem Agavensaft, ohne Farb- und Konservierungsstoffe. Bei weniger Kalorien (etwa 25 %) hat er eine bis zu 1,5-mal höhere Süßkraft als herkömmlicher Haushaltszucker. Dennoch beträgt der Zuckeranteil 75 g auf 100 g und sollte daher wie alle Süßungsmittel in Maßen eingesetzt werden.

Geschmack und Anwendung

Agavendicksaft gibt es in unterschiedlichen Variationen.

Der helle Agavendicksaft hat einen milderen, weniger dominierenden Geschmack und eignet sich daher besonders zum Süßen von Gerichten, bei denen eine neutrale Süße gewünscht ist (z. B. in feinen Backwaren, Joghurts, Desserts, Getränken und Müslis) sowie pur zu Pfannkuchen und Waffeln, aufs Brot etc.) und ist dabei eine hervorragende Alternative zu Ahornsirup, Grad A (milde Variante).

Der dunkle Agavendicksaft hingegen hat ein kräftiges, karamelliges Aroma – wie beispielsweise Ahornsirup, Grad C (kräftige Variante). Er eignet sich besonders gut zum Süßen von lieblichen Gerichten wie aromatischen Marmeladen, Konfitüren und Co., Obstsalaten, Brot und Kuchen sowie als Honigersatz in herzhaften Gerichten wie Marinaden, Saucen, Dressings und Beilagen wie Rotkohl.

Wer in Rezepten den Zucker durch Agavendicksaft ersetzen möchte, sollte hier die Flüssigkeitsmenge entsprechend verringern, da Agavendicksaft einen höheren Flüssigkeitsgehalt als Zucker hat.

Nährwerte (Durchschnitt)

Brennwert: 300 kcal / 1275 kJ
Fett: < 0,1 g
– davon gesättigte Fettsäuren: < 0,1 g
Kohlenhydrate: 75 g
– davon Zucker: 75 g
– davon Fruktose: 62,7 g
Ballaststoffe: < 0,1 g
Eiweiß: < 0,1 g
Salz: < 0,1 g

Kritik

Agavendicksaft hat einen hohen Zuckeranteil und steht daher – leider nahezu reißerisch, sodass dem Einzelnen gar keine objektive Meinung mehr möglich ist, – in der Kritik, ob des niedrigen glykämischen Indexes „giftig“ und „gefährlich“ und ein „Appetitanreger“ zu sein, da er mehr Fruktose als Haushaltszucker enthält, vollständig über die Leber verstoffwechselt wird und somit Fettleber, Diabetes und Bluthochdruck entstehen können.

Das stimmt und sollte immer bedacht werden. Doch wie bei allen Genussmitteln und somit Süßungsmitteln mit hohem Kalorien- und Kohlenhydrate- bzw. Zuckergehalt kommt es auch hier auf das Maß und gleichzeitig auch auf eine ausgewogene Ernährung an, sodass Agavendicksaft nicht per se als „giftig“ und „gefährlich“ verurteilt werden sollte. Für Menschen mit Fruktoseunverträglichkeit und Diabetiker sind andere Zuckerarten bzw. -austauschstoffe wie beispielsweise Reissirup sicher ratsamer und verträglicher.

Natürlich muss hier auch der ökologische Aspekt betrachtet werden, denn Agavendicksaft wird vorwiegend aus mexikanischen Agaven gewonnen, der dann aus Übersee importiert werden muss. Allerdings stammen andere Süßungsmittel wie Reissirup unter anderem aus Japan oder Pakistan, Ahornsirup aus Kanada, Rohrohrzucker aus Brasilien oder Paraguay und die Zuckerrüben zur Herstellung von Haushaltszucker unter anderem aus Europa, Kanada und den USA. Von daher ist der ökologische Gesichtspunkt auch hier zu bewerten.

Hersteller und Bezugsquellen

Agavendicksaft gibt es nicht nur in Reformhäusern und Bioläden, sondern inzwischen auch in vielen Discountern und Drogerien, und wird von vielen Herstellern angeboten, z. B. von Lihn, Rinatura, dmBio, Allos, de Traay, Alnatura, Green Organics, EnerBio und von vielen mehr.

Der Literpreis variert je nach Sorte und Hersteller  von rund 10,00 Euro (z. B. Rossmann EnerBio, dmBio, Alnatura) bis ca. 20,00 Euro (z. B. Allos dunkler Agavendicksaft) und wird überlicherweise in 250-ml-Spenderflaschen angeboten.

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